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Impfzentrum Zweibrücken zieht im Stadtrat erste Bilanz

Relativ hohe Impfquote nach acht Monaten Impfbetrieb in Zweibrücken : Stolz auf Impfzentrum, aber „noch ist Luft nach oben“

Die Stadt freut sich über überdurchschnittlich hohe Impfquote in Zweibrücken. Die Zahl der Infizierten steigt aber wieder.

Zwei Wochen vor der Schließung des Landesimpfzentrums Zweibrücken haben der städtische Impfkoordinator Matthias Freyler und Oberbürgermeister Marold Wosnitza im Stadtrat eine vorläufige Bilanz gezogen.

Wosnitza (SPD) sprach nach Freylers Bericht von einer „unglaublichen Leistung, die Impfquote spricht für sich und es gab nur positive Rückmeldungen – bitte geben Sie den Dank an das ganze Team weiter“. In den acht Monaten vom offiziellen Beginn am 7. Januar bis 6. September wurden in dem Impfzentrum bereits 39 205 Impfungen durchgeführt (davon 18 996 Zweitimpfungen). Das Impfzentrum ist zuständig für Zweibrücken, die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land und seit Mai 14 weitere südwestpfälzische Orte vor allem aus der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben.

Von den Menschen mit Wohnsitz in Zweibrücken im impffähigen Alter (ab zwölf Jahre) sind 70,5 Prozent bereits vollständig geimpft (das heißt sie wurden mit zwei Mal geimpft oder haben den ein Mal ausreichenden Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten). Damit liegt Zweibrücken deutlich über dem deutschlandweit bereits sehr gutem Wert von 67,9 Prozent. In dieser Impfquote sind neben dem Impfzentrum auch Impfungen bei Zweibrücker Hausärzten eingerechnet: Dort wurden 8478 Personen vollständig geimpft. (Nicht immer erfasst sind dagegen Betriebsarztimpfungen, von denen es besonders in Zweibrücken viele gegeben habe, erinnerte Freyler.)

Dass innerhalb von nur einem Monat nach der Impfstoff-Freigabe für diese Altersgruppe schon 14,5 Prozent der 16- bis 17-Jährigen in Zweibrücken doppelt geimpft sind, ist für Freyler ein ermutigendes Zeichen, dass die Impfquote bis zum letzten Betriebstag des Impfzentrums am 24. September noch deutlich steigen kann.

„Im Gegensatz zu anderen Impfzenten hatten wir auch nie eine Situation, wo es für die Security kritisch wurde“, berichtete Wosnitza. und SPD-Ratsfraktionschef Stéphane Moulin lobte: „Das Impfzentrum wurde ohne Blaupausen und Vorbereitung aus dem Boden gestampf – das kann man gar nicht hoch genug schätzen.“ Dies und die hohe Impfquote „zeigt, dass auch kleine Verwaltungseinheiten nah am Bürger sein und gut funktionieren können“, sagte Moulin mit Blick auf Diskussionen um die Kreisfreiheit Zweibrückens.

Die Gesamtkosten für den Betrieb des Impfzentrums einschließlich aller Materialien bezifferte Freyler von Januar bis Juli auf 1,16 Millionen Euro: „Das wird vom Land komplett monatlich refinanziert.“

Oberbürgermeister Wosnitza hofft zur Eindämmung der Pandemie-Lage auf viele weitere Impfungen bis zum 24. September im Impfzentrum und danach weiterhin in Arztpraxen. Auf seiner Facebook-Seite würdigt der OB zwar auch die Impfquote, „die bundesweit einen Spitzenplatz einnimmt und auf die wir stolz sein können, und schreibt: „Impfen ist der wichtigste Schritt zurück zur Normalität.“ Wosnitza ruft deshalb Ungeimpfte auf: „Noch ist aber Luft nach oben!“ Das Impfzentrum am ZOB (Busbahnhof) impfe derzeit ohne Terminvergabe montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr.

Wie wichtig ein besserer Schutz vor dem Coronavirus ist, zeigen auch die aktuell weiter steigenden Fallzahlen. Am Freitag wurden im Gesundheitsamtsbezirk Südwespfalz 28 weitere Covid-19-Fälle bestätigt – mit elf die meisten davon in Zweibrücken, neun im Landkreis (darunter einer in Contwig) und acht in Pirmasens.

Von den neuen Fällen waren zuvor bereits neun Personen aus Zweibrücken, vier aus Pirmasens sowie eine aus der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland als Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne. Aus dem Irak kam ein Reiserückkehrer nach Zweibrücken, der infiziert ist.

Ergebnisse der Ermittlungen vorliegender und neuer Fälle im Gesundheitsamt betreffen auch drei Einrichtungen: Drei Schüler/-innen verschiedener Klassenstufen des Immanuel Kant Gymnasium in Pirmasens wurden positiv auf das Virus getestet.Sie hatten dort keine weiteren engen Kontakte. Am Helmholtz-Gymnasium in Zweibrücken wurde eine infizierte Schülerin ermittelt. Hier muss sich eine enge Kontaktperson in häusliche Quarantäne begeben. In der Kindertagesstätte St. Franziskus in Bruchweiler-Bärenbach lagen für Personal und Kinder je ein positives Ergebnis vor. Bis das Ergebnis des PCR-Tests aller Kinder vorliegt, gilt für sie ein Betretungsverbot für die Kita.

Aktuell sind im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes 237 bestätigte positive Fälle aktiv, das sind 13 mehr als am Vortag. Von den betroffenen Personen leben mit 60 die meisten in Zweibrücken, gefolgt von Pirmasens 54 sowie den Verbandsgemeinden Rodalben 35,, Dahner Felsenland 26, Waldfischbach-Burgalben 22, Pirmasens-Land 15, Hauenstein 12, Thaleischweiler-Wallhalben 9 und Zweibrücken-Land 4.

Das Landesuntersuchungsamt meldete am Freitag folgende Inzidenzwerte (Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen umgerechnet auf 100 000 Einwohner: Rheinland-Pfalz 98,6, Pirmasens 89,5, Zweibrücken 84,8, Landkreis Südwestpfalz 65,6.