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Impfzentrum Zweibrücken: Bis zu 15 Prozent lehnen AstraZeneca ab

Impfzentrum in Zweibrücken : Bis zu 15 Prozent lehnen AstraZeneca ab

Seit zehn Tagen wird das neue Vakzin im Impfzentrum verabreicht. Impfkoordinator: Maximal zehn bis 15 Prozent ablehnend.

Biontech und AstraZeneca – diese beiden Impfstoffe werden im Impfzentrum in Zweibrücken verabreicht. Und in der Rosenstadt zeichnet sich ein Trend ab, der auch bundesweit erkennbar ist: Der Impfstoff von Biontech ist bei den Bürgern stärker gefragt als der von AstraZeneca.

Das bestätigt Matthias Freyler, Impfkoordinator der Stadt Zweibrücken, auf Anfrage unserer Zeitung. „Es gibt Leute, die den Impfstoff von AstraZeneca nicht wollen“, sagte er. Über die Gründe könne man teilweise nur spekulieren.

Sicher, es gebe eine Diskussion darüber, inwiefern Biontech einen wirksameren Schutz als AstraZeneca biete; aber Freyler verweist auf Studien, wonach beide Vakzine absolut ihre Berechtigung und Wirksamkeit haben.

Biontech wird seit dem Start des Impfzentrums im ehemaligen City-Outlet am 7. Januar verabreicht, AstraZeneca wird seit Rosenmontag, 15. Februar, geimpft.

Freyler sagt, in den ersten Tagen habe er noch den Eindruck gehabt, rund 30 Prozent würden AstraZeneca ablehnen, aber diese Zahlen hätten sich mittlerweile relativiert. Der Grund: Einige Menschen, die einen Impftermin hatten, kamen nicht ins City-Outlet. Freyer und seine Mitstreiter im Impfzentrum gingen von einem Storno aus – dabei hatten sie den Impfstoff bereits zuvor erhalten.

Freyler: „Wir haben abends, wenn die Impftermine alle erledigt sind, meist noch Reste in den Ampullen. Diese wollen wir nicht vernichten. Daher rufen wir beim Rettungsdienst an, wer möchte, kann dann spontan zu uns kommen und sich impfen lassen.“

Das sei legitim, da es sich bei den Mitarbeitern des Rettungsdienstes um Menschen der sogenannten Priorität eins handelt, also Bürger, die vorrangig zu behandeln sind.

Diese Rettungsdienstkräfte hätten aber teilweise schon mit dem Callcenter einen regulären Termin im Impfzentrum vereinbart – der dann nach der abendlichen Spontan-Impfung natürlich überflüssig war, jedoch noch im System stand und dort nicht herausgenommen wurde.

Rechne man diese vermeintlichen Stornos heraus, komme man für Zweibrücken auf eine Ablehnungs-Quote bei AstraZeneca in Höhe „von zehn bis Prozent – maximal“, bilanziert Freyler nach gut einer Woche Erfahrung mit dem neuen Vakzin.

Freyler hat vor dem Start mit AstraZeneca bereits im Merkur deutlich gemacht: Eine Wahlmöglichkeit hat der Bürger nicht. Wer unter 65 Jahren alt ist, erhält den Impfstoff von AstraZeneca, alle älteren bekommen das Vakzin von Biontech verabreicht.

Der Impfkoordinator ist froh, dass die meisten Bürger, wenn sie ihren Impftermin doch nicht wahrnehmen wollen, „solidarisch sind und absagen“. Leider gebe es jeden Tag fünf bis sechs Fälle, in denen Bürger einfach nicht kämen.

Es gebe aber auch Tage, da laufe es sehr gut, am Montag beispielsweise fanden im Ex-City-Outlet 115 Impfungen statt (davon 48 mit Biontech) – erfreulicherweise hätten alle ihren Termin wahrgenommen.

Bislang seien rund 1700 Menschen geimpft worden, teilweise zählten hierunter auch schon Zweitimpfungen. Die Impfungen in den Altersheimen seien hier noch nicht eingerechnet.

Es werde nach wie vor nur die Prioriät eins geimpft, also alle Menschen über 80 Jahre, Arztpraxen (Ärzte plus Mitarbeiter), bestimmte Mitarbeiter in Krankenhäusern (etwa auf Corona-, Intensiv- und Onkologie-Stationen) sowie Bewohner und Mitarbeiter von Altersheimen.

Aber der Bund werde sicher bald auch die Impfung für Personen der Priorität zwei freigeben, schätzt Freyler.

Bezüglich der Lieferung mit Impfdosen ist er zufrieden, in Zweibrücken sei man hier wohl „am Ende der Talsohle“. Wobei: „Letzte Woche war es noch einmal eng mit Biontech“, berichtet er. Aber nun laufe es besser; Freyler geht davon aus, dass nächste Woche im Impfzentrum rund 700 Bürger geimpft werden.

Die zweite Impfstraße stehe mittlerweile bereit, sie könne genutzt werden, um beispielsweise zwischen Erst- und Zweitimpfung zu separieren oder zwischen den beiden verschiedenen Vakzinen.

Der Sicherheitsdienst aus Kaiserslautern im Impfzentrum der Rosenstadt sei übrigens jeden Tag gefordert, sagt Freyler. Aber nicht etwa, weil es zu Handgreiflichkeiten käme – einen solchen Fall habe man zum Glück noch nicht gehabt

 Impfkoordinator Matthias Freyler
Impfkoordinator Matthias Freyler Foto: Sebastian Dingler

Die Security sei vielmehr in das Organisatorische eingebunden, geleite die Impflinge von einer Station zur nächsten und hake sich auch einmal etwa bei einem Gehbehinderten unter, um diesem zu helfen.