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Immer neuer Nachwuchs für Jazz am Hofenfels

Immer neuer Nachwuchs für Jazz am Hofenfels

Bereits zum neunten Mal fand am Hofenfels-Gymnasium das Schüler-Jazz-Weekend statt. Dabei übten die Jugendlichen mit erfahrenen Musikern Stücke ein, die sie abschließend dem Publikum präsentierten.

Dass Jazz keine furchtbar komplizierte Musik ist, zu der man erst im Erwachsenenalter findet, bewies einmal mehr das Schüler-Jazz-Weekend am Zweibrücker Hofenfels-Gymnasium, das nun schon zum neunten Mal stattfand.

Zunächst startete der Workshop für musikalische Schüler am Donnerstag mit einem Konzert unter dem Titel "All that's Jazz ", bei dem ausgewiesene Könner zeigten, worum es bei dieser Musik geht. Die Band setzte sich aus Lehrern, ehemaligen Schülern und regionalen Jazz-Größen zusammen, außerdem durfte das große Saxofon-Talent Nils Voigt mitwirken. Am Kontrabass stand Matthias Wolf, selbst Musiklehrer am Hofenfels und treibende Kraft hinter den vielen Aktivitäten der Schule in Richtung Jazz . Die darauf folgenden Tage verbrachten die jazzinteressierten Schüler mit den Dozenten Uli Gessner, Sebastian Weber, Christof Heringer, Arnulf Ochs und Matthias Wolf mit der Arbeit am Programm der verschiedenen Combos, das schließlich am Samstagabend im Musiksaal der Schule vorgestellt wurde.

Zunächst waren die jüngsten Musiker an der Reihe: Lena Süs am Piano, Jasper Becker am Schlagzeug, Janosch Fuhrmann am Bass, Max Burkhardt an der Gitarre und Nick Bücklein am Saxofon zeigten, dass sie schon auf einem guten Weg bei der Jazz-Interpretation sind; die drei Standards "Tenor Madness", "Blue Bossa" und "Watermelon Man" wurden da schon recht flüssig gespielt, und gerade bei letzterem Stück stimmte der Groove.

"Alle die hier sind, haben mit diesen Stücken angefangen", sagte Wolf. Nick Bücklein bewies große Souveränität am Saxofon und so verwunderte es nicht, dass er auch bei der mittleren Altersgruppe mitspielte. Hier wurden schon weniger geläufige oder schwierigere Titel präsentiert, wie der "Road Song" von Wes Montgomery oder das durch Dave Brubeck berühmt gewordene "Take Five".

"Was jetzt hier passiert, hat mit Schule nichts mehr zu tun!", gab Wolf den Anwesenden mit, bevor die Combo der ältesten Schüler die Bühne betrat. Nur die Ansagen gestalteten sich weniger professionell - so wurde "The Girl from Ipanema" einem ganz anderen Komponisten als Tom Jobim zugeordnet oder die Jazz-Ikone Charlie Parker "als bekannter Saxofonist offensichtlich" bezeichnet. Das stand aber in keinem Verhältnis zu dem ausgereiften Spiel, das die jungen Jazzer mit Nils Voigt am Saxofon und Daniel Glahn an der Posaune anboten. Arnulf Ochs gratulierte anschließend dem Gymnasium und insbesondere Wolf dazu, was hier geleistet wird: "Die Schule vermittelt hier nicht nur Wissen, sondern auch Fähigkeiten", sagte der Gitarrist und Dozent.