„Ihre Papiere, bitte!“

Die Bundespolizei überprüft seit den Anschlägen von Paris wieder die Grenzübergänge, außerdem Züge und Flugzeuge. Ein Kontrollpunkt ist dabei der Kreisel an der L700 am Flughafen, in unmittelbarer Nähe der Flüchtlingsunterkunft.

Nach den neuerlichen Terroranschlägen in Paris kontrolliert die Bundespolizei auch an der Grenze zwischen Zweibrücken und Hornbach wieder. Man nehme die "komplette Landesgrenze zu Frankreich" ins Visier, erklärte Alexandra Becker von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Bundespolizeiinspektion Kaiserslautern auf Merkur-Anfrage. Dabei sei man "zeitlich und örtlich flexibel", sprich: Beamte aus Kaiserslautern postieren sich für eine gewisse Zeit, vielleicht sogar einen kompletten Tag, an einer Straße, theoretisch auch an Feldwegen, die die "grüne Grenze" bilden, und halten dort bestimmte, für sie verdächtige Fahrzeuge oder Fußgänger an. Dabei würden meist die Personalien festgestellt. Bürger, die in eine solche Kontrolle kämen, sollten wie bei jeder Kontrolle den Anweisungen folgen und den gültigen Ausweis vorzeigen, den man auf dem Weg nach Frankreich und zurück mit sich führen müsse. Wie lange diese Kontrollen durchgeführt werden, stehe noch nicht fest, auch könne die Bundespolizei aus "einsatztaktischen Gründen" nichts dazu sagen, wie viele Beamte im Einsatz sind. Jedenfalls seien die Polizisten "recht robust" ausgerüstet: mit schusssicheren Westen, Dienstwaffen und Maschinenpistolen. Die Kontrollen führe man in enger Abstimmung mit den französischen Behörden durch, mit der Nationalgendarmerie und der französischen Grenzpolizei. Mit der Gendarmerie arbeite die Bundespolizeiinspektion ganzjährig zusammen.

Judith Tölle von der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundespolizei Potsdam ergänzt, dass die Behörde von den Kontrollen abgesehen auch die Einsatzausstattung anpasse, Flugverbindungen von und nach Frankreich verstärkt überwache, die Zugverbindungen von und nach Frankreich intensiver kontrolliere und auch mehr Präsenz an Flughäfen , der Bahn- und der Landgrenze zeige. Auch in der Flüchtlingsaufnahmestelle am Zweibrücker Flughafen bekäme man die Grenzkontrollen deutlich mit, schildert Mario Sauder vom Deutschen Roten Kreuz, das die Einrichtung betreibt. "Die Flüchtlinge laufen ja immer am Kreisel vorbei, wo die Polizei steht", so Sauder. Er gehe davon aus, dass die aktuell 474 Flüchtlinge via Internet von den Anschlägen in Paris erfahren hätten und dass sie in der Aufnahmestelle Gesprächsthema seien. Persönliche Reaktionen von Flüchtlingen darauf seien ihm aber nicht bekannt.