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IG Metall: Terex will nicht mehr ausbilden – Kranbauer kontert scharf

IG Metall: Terex will nicht mehr ausbilden – Kranbauer kontert scharf

Mittwoch, der 29. Oktober 2014, war ein guter Tag für Terex und junge Menschen in der Region. Oder hätte es zumindest sein können. An diesem Tag, sagt IG Metall-Gewerkschaftssekretär Peter Vollmar, fand beim Kranbauer in Zweibrücken eine Jugend- und Auszubildendenversammlung statt.

Im Rahmen dieser Versammlung soll "ein Vertreter der Personalabteilung" (Vollmar) den Anwesenden zugesagt haben, dass Terex wieder 26 Auszubildende und dual Studierende einstellen werde. Jetzt wolle Terex auf einmal keine neuen Auszubildenden einstellen - ein klarer Wortbruch.

Stimmt so nicht, widersprach gestern ein Unternehmens-Sprecher auf Merkur-Anfrage. Es habe "zu keiner Zeit" eine derartige Zusage der Geschäftsführung gegeben. Ganz im Gegenteil habe man die Arbeitnehmervertreter schon im vergangenen Jahr darüber informiert, dass man noch prüfen müsse, "inwieweit neue Auszubildende im laufenden Jahr 2015 eingestellt werden können". "Es ist nicht zielführend, eine Kampagne zu starten, die auf einer falschen Annahme beruht", rügt Terex-Standortleiter Klaus Beulker. "Diese Falschaussagen der IG Metall schädigen das Unternehmen Terex und unsere Attraktivität als Ausbilder." Heißt also: Wortbruch nein, Einstellungsstopp für Lehrlinge ja? Das bleibt unklar. "Aufgrund der aktuellen, schwierigen Marktsituation" prüfe man die Angelegenheit derzeit noch, so Terex.

Man wolle die Ausbildung am Standort keineswegs aufgeben. Es sei derzeit vorgesehen, so der Unternehmens-Sprecher, auch 2016 einen neuen Jahrgang in die Ausbildung aufzunehmen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 85 Auszubildende in allen Ausbildungsjahren und -berufen.

"Wenn Terex sich seiner Verantwortung entzieht, wird das Ausbildungsangebot in der Zweibrücker Metallindustrie um einen Schlag um die Hälfte reduziert", verdeutlicht IG Metall- Sekretär Vollmar. Die IG Metall will sich dagegen wehren. Unter dem Titel "Hilfe, Terex klaut uns unsere Zukunft!" startet die IG Metall am Samstag eine Kampagne. Erster Schritt: Ab neun Uhr sollen an diesem Tag in der Zweibrücker Fußgängerzone Stoffbahnen ausgerollt werden, auf denen Bürger unterschreiben und ihre Solidarität bekunden können. "Die Geschäftsführung von Terex soll zur Kenntnis nehmen, auf welchen Widerspruch ihre unverantwortlichen Pläne in der Region treffen", gibt sich Vollmar kämpferisch. Diese Aktion solle ein Anfang sein, keinesfalls der Höhepunkt der Proteste: "Wenn es nötig wird, werden wir noch eins draufsetzen."