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IG-Metall geißelt Druck auf Leiharbeiter

IG-Metall geißelt Druck auf Leiharbeiter

Zweibrücken. Zahlreiche Leiharbeiter beim Zweibrücker Kranhersteller Terex-Demag können möglicherweise bei dem Unternehmen Lohnnachzahlungen geltend machen. Grund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) für nicht tariffähig erklärt hat (wir berichteten)

Zweibrücken. Zahlreiche Leiharbeiter beim Zweibrücker Kranhersteller Terex-Demag können möglicherweise bei dem Unternehmen Lohnnachzahlungen geltend machen. Grund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personal-Service-Agenturen (CGZP) für nicht tariffähig erklärt hat (wir berichteten). Darüber und über die Situation der Leiharbeiter allgemein informierte jetzt die IG-Metall die Betroffenen. "Viele haben Angst, öffentlich aufzutreten", so die Begründung von Werner Cappel, des ersten Bevollmächtigten der IG-Metall Homburg-Saarpfalz, warum nur 50 Beschäftigte zu dem Treffen erschienen. Entscheidend sei, dass sich deutlich mehr Leiharbeitnehmer in der IG Metall organisieren. Wer in der Gewerkschaft ist, bekomme Hilfe, Beratung und Rechtschutz. Der Druck auf die Leiharbeitnehmer sei enorm. Ihnen werde öfters mit Kündigung gedroht. Weiterbildungen würden zum Teil als Urlaub verrechnet. Ständig werde mit leeren Versprechungen Hoffnung auf eine Übernahme genährt, die dann aber nicht eingelöst werden. Ein Betroffener habe bestätigt, dass im Krankheitsfall auch Detekteien eingesetzt würden, um zu überprüfen, ob der Leiharbeiter tatsächlich krank ist. Er soll laut Cappel seinem Ärger darüber mit den Worten Luft gemacht haben: "Wir fühlen uns verfolgt wie Bin Laden." Eduard Glass, Betriebsratsvorsitzender bei Terex Demag stellte klar, dass er sich für Leiharbeitnehmer einsetze.Cappel ging auf die möglichen Lohnachzahlungen ein: "Ob Leiharbeitnehmer, die über die CGZP ihre Verträge abgeschlossen haben, in unserem Zuständigkeitsbereich darunter fallen, muss noch genau recherchiert werden." Wichtig sei, dass Leiharbeitnehmer nur nach Beratung mit der IG Metall oder dem Betriebsrat, Änderungen ihres Arbeitsvertrages unterschreiben. nob