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Corona-Krise: Hotels teilweise offen für „notwendige Übernachtungen“

Corona-Krise : Hotels teilweise offen für „notwendige Übernachtungen“

(cvw) „Liebe Gäste, leider müssen wir auf Grund der aktuellen Corona-Situation unser Hotel und Restaurant schließen. Wir hoffen auf Ihr Verständnis“, erklingt es auf dem Anrufbeantworter der Landgasthofs „Zur Alten Scheune“ in Oberauerbach.

Ganz so weit ist es in den Betrieben der Zadra-Gruppe noch nicht, doch Roland Zadra möchte „als verantwortungsbewusster Unternehmer zu Entschleunigung und Beruhigung beitragen“. Deshalb sind sämtliche Restaurants der Zadra-Gruppe seit Mittwoch geschlossen, das „Esslibris“ und das Landhaus im Landschloss Fasanerie, das Restaurant im Hotel Rosengarten am Park sowie das Wirtshaus an der Schließ. Am Donnerstag schlossen gemeinsam mit dem Outlet auch die dortigen Restaurants.

Die Fürsorge gilt dabei sowohl den Gästen als auch den Mitarbeitern. Die beiden Hotels werden zunächst einmal bis Sonntag als „Garni“ (Frühstück, jedoch kein Restaurant) weiter betrieben. Dann will der Unternehmer nach den „stündlich und täglich neuen Gesetzesvorlagen“ neu entscheiden. Während Aufenthalte zu touristischen Zwecken per Verordnung ausgesetzt sind, dürfen Gäste für „notwendige Übernachtungen“ angenommen werden. Bislang gehören dazu Geschäftsreisende, Militärangehörige oder alle, die mit den Bereichen von Medizin und Rettung zu tun haben. So jedenfalls sind die Vorgaben für die Mitarbeiter an der Rezeption.

„Erstaunlicherweise bekommen wir täglich noch neue Anfragen“, wundert sich der Unternehmer. Doch deutlich höher sei die Stornoquote. „Wir sind da im Moment sehr großzügig und erheben keine Stornogebühren. Dafür kann ja keiner was“, begründet Roland Zadra die Kulanz. Zumal Touristen dann gerne im Herbst kämen, wenn alles vorbei ist. Ähnlich sorgsam verhält sich Zadra auch gegenüber den aktuell mehr als 150 Mitarbeitern. Er erklärt: „Wir haben eine Vereinbarung zur Kurzarbeit getroffen, damit wir alle Mitarbeiter behalten können. Auch alle 22 Auszubildenden bleiben.“ Putz-, Pflege-, Renovierungs und Instandsetzungsarbeiten fielen auch in der gästearmen Zeit an. Im Gespräch mit Hoteliers-Kollegen ist sich Roland Zadra einig: „Wir brauchen klare Ansagen seitens der Politik statt interpretierbarer Empfehlungen. Was ist eine notwendige Übernachtung?“

Einfacher stellt sich die Lage für das Rosenhotel in der Zweibrücker Innenstadt dar. „Wir haben ohnehin meist Arbeiter, Monteure, Mitarbeiter der Bundeswehr oder aktuell Piloten“, erklärt Inhaberin Christa Groh. Da jedoch vier von fünf Mails Stornierungen seien, sind die beiden Festangestellten ebenfalls auf Kurzarbeit gesetzt, die Minijobber nehmen ihren Jahresurlaub. Könne der Hotelbetrieb weiter laufen, werden Arbeiten in den Gästezimmern danach fair verteilt, so dass auf Stundenbasis jede etwas verdienen könne. Damit hofft das Ehepaar, zumindest kostendeckend über die Runden zu kommen, denn auch hier stornieren Gäste aktuell kostenfrei. Und auch im Rosenhotel fragten Gäste noch an, da Kollegen bereits komplett geschlossen haben. Deshalb auch will Christa Groh ihr Hotel so lange wie möglich offen halten. Nur der Barbetrieb ist stillgelegt. Sie sagt: „Wenige Einnahmen sind besser, als gar keine!“