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Hotel auf altem Parkbrauerei-Gelände in Zweibrücken könnte 2022 stehen

Forstamt: Investor hat sich bei Baumfällungen an Vorschriften gehalten : Hotel auf Brauereigelände könnte 2022 stehen

Bei der Abholzung der Bäume auf dem ehemaligen Parkbrauerei-Gelände hat sich Investor Manfred Schenk an die Vorschriften gehalten, bescheinigt ihm das Forstamt. Derweil rückt der Abriss der alten Brauereigebäude näher.

Wenn alles nach Plan läuft, will der Pirmasenser Investor Manfrad Schenk noch im Herbst mit dem Abriss der ehemaligen Parkbrauerei in der Zweibrücker Hofenfelsstraße beginnen. Im zweiten Halbjahr 2020 könnten der Bau des Hotelkomplexes der Victor’s-Gruppe und der Pflegeeinrichtungen auf dem Gelände starten, noch im Jahr 2022 dann die ersten Hotelgäste und betreuungsbedürftigen Menschen in die Gebäude einziehen. Es hänge alles davon ab, wann er die Genehmigungen für seine Vorhaben in der Tasche hat, betonte Schenk gegenüber dem Pfälzischen Merkur. Für den Abriss der ehemaligen Brauereigebäude hat der Investor ein halbes Jahr einkalkuliert, für den Bau von Hotel, Gebäuden für Pflegeeinrichtungen und betreutes Wohnen zwei Jahre. Dass es wegen der Mieter in der ehemaligen Braustätte zu Verzögerungen kommen kann, schließt der Investor aus. Diese hätten Verträge mit kurzen Kündigungsfristen.

Die Vorarbeiten für das Projekt sind bereits im vollen Gange, haben aber in den vergangenen Wochen für einige Aufregung in Zweibrücken gesorgt. Der Grund: Schenk hat für sein Vorhaben von einer Spezialfirma etliche Bäume auf dem Gelände fällen lassen – viel zu viele, wie Kritiker behaupteten. Die Rodungsarbeiten waren Dienstag vor einer Woche auch Thema im städtischen Bauausschuss, wo Schenk nicht nur beteuerte, alle entgegen früheren Plänen zusätzlich gefällten Bäume wieder aufzuforsten, sondern auch ankündigte, den Wald am oberen Ende des Geländes zu erhalten und in einen Park für die künftigen Hotelgäste und Bewohner der Pflegeeinrichtungen umzuwandeln (wir berichteten). Das beruhigte zwar die Ausschussmitglieder, aber in der Öffentlichkeit flammte die Kritik an der Baumfäll-Aktion erneut auf.

Mittlerweile hat sich auch der Leiter des Forstamts Westrich, Theodor Ringeisen, ein Bild vom Ausmaß der Fällarbeiten gemacht und nach eigenen Worten bei einem Ortstermin festgestellt, dass Schenk nichts Verbotenes getan hat. Zwar habe der Investor mehr Bäume fällen lassen als zunächst vorgesehen, aber gleichzeitig zugesichert, wieder aufzuforsten. Ringeisen erklärt in diesem Zusammenhang die forstwirtschaftlichen Fachbegriffe, die von Laien aber oft verwechselt und fehlinterpretiert würden. „Rodung“ bedeute, dass man einen Wald fälle, um die Fläche anderweitig zu nutzen. Hier habe sich Schenk an die vom Forstamt erteilte Genehmigung gehalten. Was der Investor darüber hinaus habe fällen lassen, sei als „Kahlschlag“ zu bewerten –will heißen: Auf dieser Fläche gefällter Wald müsse wieder aufgeforstet werden. Nach Angaben des Forstamts-Chefs handelt es sich dabei um eine Parzelle von etwa 3000 Quadratmetern. Eine Genehmigung für den Kahlschlag hätte Schenk erst ab 5000 Quadratmetern einholen müssen.

Ringeisen hat Schenk vorgeschlagen, die 3000 Quadratmeter mit Blütensträuchern und niedrigen Bäumen wie Eberesche, Speierling, Wildapfel und Wildbirne aufzuforsten – auch, um Problemen vorzubeugen, die nach Jahrzehnten mit großen Bäumen entstehen können, die in der Nähe von Gebäuden wachsen. Damit auf der Fläche ein neuer Wald entstehen kann, der vielen Insekten, Vögeln und anderen Tieren Nahrung und Heimat bietet, empfiehlt der Forstamtsleiter dem Investor, sich dazu den Rat von Naturschützern wie Experten vom Nabu einzuholen.

Schenk begrüßt die Idee und hat bereits angekündigt, mit den Naturschützern Kontakt aufzunehmen.