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Hornbacherin will Quad mit Mofa verwechselt haben

Hornbacherin will Quad mit Mofa verwechselt haben

Unkenntnis schützt vor Strafe nicht. Das musste gestern eine Hornbacherin vor dem Zweibrücker Amtsgericht feststellen.

Die Angeklagte wurde wegen Fahrens ohne Führerschein zu einer Bewährungsstrafe von vier Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem muss sie 30 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten. Der Strafrichter folgte bei seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwältin, die in ihrem Plädoyer zwar das Geständnis der Frau berücksichtigte, aber vor allem auf die beiden einschlägigen Vorstrafen verwies. So wurde die Hornbacherin erst einen Tag vor der Tat mit einer Führerscheinsperre bis zum 21. Juli 2016 belegt, weil sie ohne Fahrerlaubnis mit einem Auto unterwegs war. Den erneuten Vorfall am 23. Juli dieses Jahr, begründete sie mit Unwissen. So sei sie davon ausgegangen, ein Mofa mit einer entsprechenden Prüfbescheinigung fahren zu dürfen. Das habe ihr sogar der Richter versichert. Dass es sich bei dem Quad nicht um ein solches Fahrzeug gehandelt hat, sei für sie nicht klar gewesen. Auch wenn solche Maschinen bis 45 Stundenkilometer zugelassen seien, hätte das Quad ihres damaligen Lebensgefährten nicht mehr als 25 Stundenkilometer fahren können, weil es entsprechend eingestellt gewesen sei. Sie habe deshalb nicht absichtlich gegen das Gesetz verstoßen.

Das sieht der Polizist, der sie an diesem Tag erwischte, ganz anders. Er berichtete, dass die Angeklagte ins Visier der Beamten geraten sei, weil sie mit einem Kind zwischen dem Lenkrad und dem Fahrersitz unterwegs war. Ein Quad hätte sie auch mit Prüfbericht der Zulassungsstelle oder der Versicherung nicht fahren dürfen. Der Richter argumentierte ebenfalls, dass es erhebliche Unterschiede zwischen ihrem Fahrzeug und einem Mofa gebe: "Bei dem Quad sind im Grunde zwei Mofas zusammengeschraubt."