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Holzige Wohnperspektive um den Feuerwache-Turm

Holzige Wohnperspektive um den Feuerwache-Turm

Seniorengerechtes Wohnen in Zweibrücken ist „in“. Gestern stellten Ingenieure und Investoren im Bauausschuss zwei Projekte vor – eines an der Alten Feuerwache und eines am Fasanerieberg.

Dort wo jetzt noch die Alte Feuerwache steht, sollen im Rahmen eines Pilotprojekts zwischen 28 und 32 Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Das erklärten der Pirmasenser Architekt Uwe Stegner und Helmut Gottschall von der Zimmerei "Gottschall Fachwerkhaus" aus Thaleischweiler-Fröschen gestern bei einer Präsentation im neuerdings öffentlich tagenden Zweibrücker Bauausschuss.An einem Modell zeigten sie, dass auf dem 1800 Quadratmeter großen Gelände der Turm stehen bleiben und künftig als Treppenhaus dienen soll. Auch einen zweiten Turm mit Fahrstuhl wolle man bauen - ebenso vier Gebäude, die teils über kleine, begrünte Brücken verbunden werden. Im Erdgeschoss könnten neben Parkmöglichkeiten eine Bäckerei oder ein Sanitätshaus einziehen. Das gewerbliche Interesse dafür bestehe, so Gottschall. Finde man doch keine Interessenten, könne man unten auch mehr Parkflächen und barrierefreie Wohnungen errichten. Vom ersten bis vierten Obergeschoss sind auf jeden Fall "barrierefreundliche" Wohnungen geplant. Weitgehend soll alles in Holzbauweise realisiert werden. Dies biete nicht nur ein gutes Raumklima, sondern belaste das Umfeld durch die kürzere Bauzeit weniger. Einen ähnlichen Bau habe man fünfgeschossig in der Straßburger Innenstadt realisiert, so Gottschall, in Rheinland-Pfalz gebe es so etwas aber weder in Größe noch Form.

Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) betonte auch angesichts zahlreicher Detailnachfragen, dass es sich nur um erste Pläne handele. Die Stadt habe dort "keinen Block, keinen Kasten" gewollt, "der das Flair der Innenstadt tötet". "Unser Ziel ist, dass nach dem Stadtfest die Alte Feuerwache abgerissen wird" - die Räte sollten daher auf Bürgernachfragen Auskunft geben können. Evelyne Cleemann (CDU) merkte an: "Wenn wir die Planung so weiterverfolgen, ist ein Ausbau des Helmholtz-Gymnasiums für alle Zeiten ad acta gelegt." Pirmann verneinte das - es gebe dort noch "viel Platz für Erweiterungsmöglichkeiten". Mehrere Räte baten darum, dass das Bauamt die Erweiterungsmöglichkeiten schemenhaft darstellt.

Hochwertiges, barrierefreies und modernes Wohnen hat sich auch Andreas Buch von der Zweibrücker Firma Buch Lackiertechnik auf die Fahnen geschrieben. Er will einen Wohnpark am Fasaneriewald errichten und arbeitet dazu mit Martin Grub von Grub Architekten in Zweibrücken zusammen. Er will auf 10 000 Quadratmetern um die Jakob-Locher-Straße für Mieter und Selbstnutzer Gebäude in drei Reihen erstellen, die in der Höhe der Topografie des Fasaneriebergs folgen. Unten angefangen mit zweigeschossigen Stadtvillen, gefolgt von vier- und ganz oben fünfgeschossigen Häusern. Tiefgaragen sollen dafür sorgen, dass nur wenige Autos den Bereich zustellen. Der große Trumpf der Häuser sollen die "schöne Besonnungslage" und der "Ausblick auf die Stadt" ein, so Buch. Die präsentierten Blocks hätten zwar Vorzüge, seien aber vorerst Platzhalter, erklärte Grub auf Rätebedenken, dass diese nicht hübsch anzuschauen seien.

Das Gebiet könne über die Jakob-Locher-Straße, vorzugsweise aber über zwei getrennte Einfahrten erschlossen oder über eine Ringstraße erreichbar gemacht werden. Aktuell sei ein 3500 Quadratmeter großes Grundstück noch in Fremdbesitz, man dürfe es aber schon mitverplanen, erläuterte Buch. Er habe vier Abschnitte des künftigen Wohnparks bereits erworben. Wie lange der Bau dauert, sei noch nicht abzuschätzen, es wird laut Grub wohl ein "mehrjähriger Prozess".

Eine Begehung habe gezeigt, dass dort keine besonders schützenswerten Tiere vorkämen und keine Nistplätze sind, nur "Nahrungs- und Jagdhabitate". Der Bebauungsplan von 1973 schreibe Dinge fest, die laut Grub "heutigen Wohn- und Markterfordernissen nicht mehr entsprechen". Sie müssen geändert werden. Dirk Schneider (SPD) monierte, in dem alten Plan seien nur drei Gebäude vorgesehen gewesen, in der neuen Vorstellung zehn. Grub relativierte: "Wir haben das Maximale dargestellt". Es könnten am Ende weniger Häuser werden.