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Hodgson gab Gewinnspiel-Siegern sogar doch noch Autogramme

Hodgson gab Gewinnspiel-Siegern sogar doch noch Autogramme

Die Premiere ist geglückt: Beim ersten Konzert des ersten „City Festival Zweibrücken“ war der Zweibrücker Herzogplatz mit 1400 Zuschauern voll besetzt – und die waren voll begeistert. Wenn auch deutlich mehr von Roger Hodgsons alten Supertramp-Hits als den neuen Songs.

Die Beatles haben es vorgemacht, bei Pink Floyd ist es nicht anders: Wenn sich die beiden genialen Songschreiber einer Band verkrachen, müssen die großen Hits anschließend eben von zwei verschiedenen Formationen live gespielt werden. Bei Supertramp kommt noch erschwerend hinzu, dass die meisten Songs von der markanten Falsett-Stimme Roger Hodgsons leben - Rick Davies , der andere der beiden Köpfe Supertramps, besitzt zwar die Namensrechte (eine für dieses Jahr geplante Tour musste wegen Davies' Gesundheitszustand ausfallen), den echten Supertramp-Sound gibt es jedoch nur bei Hodgson.

Davon konnten sich am Donnerstagabend die 1400 auf den Herzogplatz in Zweibrücken gekommenen Zuhörer überzeugen. Gleich mit zwei Krachern eröffnete der 65-jährige Sänger , Gitarrist und Keyboarder das Konzert: "Take the long Way home" und "School" wurden von den Anwesenden frenetisch gefeiert, danach präsentierte Hodgson mit "In Jeopardy" den einzigen kleinen Hit, den er nach seiner Zeit mit Supertramp verbuchen konnte. Auch das ist typisch fürs Zerbrechen großer Bands: Die einzelnen Musiker schaffen es alleine meistens nicht, die musikalische Qualität aufrecht zu erhalten. Beim Konzert auf dem Herzogplatz zeigte sich das auch darin, dass nur wenige Fans jubelten, wenn Hodgson Titel seiner Solokarriere ansagte; diese Stücke ernteten dann auch nur höflichen Applaus.

Ganz anders war die Reaktion des Publikums, als "Breakfast in America", "The logical Song" oder "Dreamer" erklangen. Nein, der Ex-Supertramp-Sänger sparte nicht mit den von ihm selbst geschriebenen Hits seiner früheren Band; sogar weniger bekannte Songs aus dieser Zeit wie "Lord is it mine" oder das grandiose "Child of Vision" bekamen die Fans zu hören. Hodgsons Mitmusiker spielten das alte Material tadellos - gerade Aaron MacDonald verdiente sich an diversen Blasinstrumenten (in der Hauptsache Saxofon) das Kompliment, dass er Supertramps John Helliwell würdig vertrat.

Mit der langen Suite "Fool's Overture" vom 1977er Album "Even in the quietest Moments …" beendete Hodgson das Konzert offiziell - doch allen im Publikum war klar, dass da ja noch zwei große Hits fehlten. Der sympathische Sänger ließ sich dann auch nicht lange bitten und kündigte an, noch "a little bit" (ein kleines bisschen) mehr zu spielen. Die Zuhörer, die noch vom Applaus standen, setzten sich dann erst gar nicht mehr und sangen mit bei "Give a little bit". Und dann kam es zum Witz des Abends: Hatte es denn nicht schon leicht getröpfelt die ganze Zeit? Wie gut, dass Hodgson erst zum Schluss "It's raining again" ("Es regnet wieder") anstimmte - denn erst ab da öffnete der Himmel seine Schleusen. Dass er sich mit dem Wetter perfekt abgestimmt hatte, dafür konnte Hodgson nichts - es war aber beispielhaft für ein perfektes Konzert. Im sozusagen herbei gesungenen Regen (siehe großer Bericht) mussten die Gewinner des Meet & Greet mit Roger Hodgson zunächst ausharren, bis Kulturamtsleiter Thilo Huble das Rathaus aufschloss und die Fans in den ersten Stock führte: Dort, in einem etwas grell ausgeleuchteten Saal, unter den Ölgemälden der ehemaligen Zweibrücker Oberbürgermeister, fand das Treffen mit dem ehemaligen Supertramp-Sänger statt. Ein Fan hatte sogar eine LP von 1971 ("Indelibly Stamped") dabei, um sie mit einem Autogramm versehen zu lassen - doch die Hoffnung darauf nahm die Ansage, Hodgson gebe keine Autogramme, er lasse sich nur mit den Auserwählten fotografieren. Nach einer Weile des aufgeregten Wartens und der Fachgespräche zwischen Supertramp-Fans erschien der Star des Abend, begrüßt vom Applaus der Anwesenden. So sympathisch wie während des Konzerts gab sich der Brite auch mit seinen Fans , forderte sie auf, nicht so schüchtern zu sein und legte den Arm um jede Schulter. So auch um die der Merkur-Gewinnerin Barbara Oster aus Zweibrücken , die sich sehr freute, dem Sänger zu begegnen.

Am Ende drückte Huble Hodgson noch Amtsglocke der Oberbürgermeister in die Hand - und es stimmte ja: Einen Abend lang hatte der Sänger die Stadt regiert. Und das Autogramm auf die LP gab es trotz der anders lautenden Ankündigung auch noch.