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Hochschule Kaiserslautern in Zweibrücken

Aber kein Zweibrücker Zweit-Campus im früheren City-Outlet : Stadt und Hochschule wollen zusammenrücken

Ein zweiter Standort im ehemaligen City-Outlet ist aber endgültig vom Tisch. Präsident hebt Qualität von Lehre und Forschung hervor.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) hat eine langgehegte Vision nun auch offiziell begraben: „Der eine oder andere erinnert sich sicherlich daran, dass wir mal die Idee in den Ring geworfen hatten, einen zweiten Hochschul-Campus im City-Outlet zu etablieren“, sagte Wosnitza beim Neujahrsempfang der Stadt Zweibrücken. „Die Grundlage der Idee war aber vor allem deutlich zu machen, dass Zweibrücken nicht nur Hochschulstandort ist, sondern sich auch als Hochschulstadt etablieren sollte.“ Aber: „Die Idee mit dem zweiten Campus wird sich wohl nicht realisieren lassen.“

Diese Aussage kommt zwar wenig überraschend – denn bereits nach dem ersten Vorschlag Wosnitzas dieser Art im Mai 2017 (damals noch nicht als OB, sondern mit dem SPD-Ortsverein Zweibrücken) war der Vorschlag bei der Hochschule, zu deren Vorteilen die kurzen Wege auf dem Campus auf dem Kreuzberg gehören, auf kein positives Echo gestoßen. Die Grundidee hinter dem Vorschlag allerdings nimmt Wosnitza als OB nun wieder auf: „Das Präsidium der Hochschule und ich sind uns aber einig darüber, dass wir näher zusammenrücken müssen und wollen. Wir werden auch weiter versuchen, die Studierenden besser an die Stadt anzubinden.“ Sehr hilfreich seien dafür die Investoren-Pläne, neben der Villa Schwinn auch Studentenwohnungen zu bauen (wir berichteten).

Hans-Joachim Schmidt, Präsident der Hochschule Kaiserlautern, zeigte sich dafür in seiner Rede bei dem Empfang in der Festhalle sehr offen und machte deutlich, dass dies eine Win-Win-Situation wäre, da sich dann vielleicht noch mehr junge Leute für ein Studium an der Hochschule in Zweibrücken entschieden. Die Voraussetzungen, Zweibrücken noch stärker als bisher als „Hochschulstadt“ zu profilieren, seien ideal: „Der für die Hochschulen zuständige Minister wohnt und lebt hier, der Oberbürgermeister ist aus einer der renommiertesten deutschen Universitäten hierhergekommen.“ (RWTH Aachen.)

Professor Schmidt hob aber auch die schon lange engen Verbindungen des Hochschulstandorts oben auf dem Kreuzberg mit der Stadt hervor: „Wir sind seit 25 Jahren hier und seit 25 Jahren stolz, Teil dieser Stadt zu sein. Wir haben immer wieder erfahren, dass wir in Zweibrücken besonders herzlich aufgenommen werden.“ (Die Hochschule Kaiserslautern, früher „Fachhochschule“, hat Standorte in Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken.) Die gute Stimmung sei „noch nicht mal gekippt, als zum ersten Mal mit mir ein Saarländer an die Spitze der Hochschule gewählt wurde“, sagte Schmidt augenzwinkernd: „Das spricht für die Toleranz gegenüber dieser Minderheit.“

Am Hochschul-Standort Zweibrücken arbeiteten über 200 Menschen, darunter rund 60 Professoren, hinzu kämen die 2500 Studierenden, hob Schmidt die große Bedeutung des Campus auch für den Wirtschaftsstandort Zweibrücken hervor: „Wir sehen uns als Hochschule für die Region, die Fach- und Führungskräfte ausbildet.“ Und das mit hoher Qualität: „Die Informatik hier steht unter den Top-10 in Deutschland.“ Und der „bundesweit einmalige“ Studiengang Wirtschaft und Recht sei „aus dem Stand heraus zum erfolgreichsten Studiengang in Zweibrücken geworden“.

Aber nicht nur die Lehre auch die Forschung in der (Fach-)Hochschule sei „sehr erfolgreich“, verwies der Präsident unter anderem auf den Mikrosystem-und-Nanotechnologie-Reinraum sowie die öffentlich seiner Ansicht nach noch zu wenig bekannte Möglichkeit, in Zweibrücken zu promovieren (in Verbindung mit einer Universität).