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Hochschule Kaiserslautern Campus Zweibrücken

Hochschule Kaiserslautern Campus Zweibrücken : Man trifft sich wieder zum Unterricht

Nach drei rein digitalen Semestern öffnet man am Hochschul-Campus Zweibrücken wieder die Pforten der Hörsäle für die Lehre in Präsenz.

Das Wintersemester ist gerade gestartet und an der Hochschule Kaiserslautern (HSKL) beginnt in wenigen Wochen die Vorlesungszeit. Einen Unterschied zu den vorangegangenen Semestern wird die Wiederaufnahme der Präsenzlehre sein. „Auch in diesem Semester werden wir den Kraftakt wagen und Gesundheitsschutz und ein bestmögliches Studium verbinden“, meint dazu Hochschul-Präsident Hans-Joachim Schmidt.

Damit dieses Vorhaben gelingen kann, sind einige Gebote zu befolgen. Bei Präsenz-Veranstaltungen gilt die 3G-Regel. Lehrkräfte und Studierende müssen entweder geimpft, genesen oder getestet sein. Die Studierenden sind verpflichtet, einen Nachweis über den 3G-Status mit sich zu führen. Noch können Hörsäle und Labore nicht mit der gleichen Personenzahl belegt werden, wie vor der Pandemie. Deshalb werden hybride Vorlesungen angeboten, gleichzeitig in Präsenz und über ein spezielles virtuelles Klassenzimmer auch digital.

Die Studierenden müssen sich für die Präsenzveranstaltungen im hochschuleigenen Buchungssystem anmelden. „Man legt sozusagen virtuell sein Handtuch auf einen Platz im Hörsaal“, scherzt Professor Klaus Knopper. Der Vizepräsident für Digitalisierung sieht die Hochschule für das digitale Lernen sehr gut aufgestellt.

Die Studierenden der Hochschule Kaiserslautern sehen das genauso. Das brachte die Hochschule auf Platz drei beim „StudyCheck Digital Readiness Ranking“. Das gibt einen Einblick in die Zufriedenheit der Studierenden mit der Digitalisierung ihrer Hochschule. Bei den staatlichen Hochschulen steht die HSKL sogar auf Platz eins. „Unsere Hochschulleitung hat bei Ausbruch der Corona-Pandemie sehr schnell reagiert“, sagt auch Simone Grimmig, Leiterin des Referats Neue Lehr- Lernformen „und wir konnten durch unsere Vorarbeit, Erfahrungen und der guten technischen Ausstattung umgehend einen Corona-Notfallplan erarbeiten, um gemeinsam mit den Lehrenden, die Präsenzveranstaltungen durch adäquate Online-Angebote abzudecken.“

Professor Knopper sieht durchaus einige Vorteile in der digitalen Lehre: „Bei selbstorganisierten Gruppen-Treffen für Seminar- und Praxisarbeiten hatte die Online-Variante durchaus Vorteile. Die teilweise lange Anreise und entsprechende Terminkonflikte der Studierenden entfallen und auch längere Auslandsaufenthalte waren dank der digitalen Erreichbarkeit aller Kurse kein größeres Problem.“

Technisch und organisatorisch hat die Hochschule die Sommerpause für Vorbereitungen genutzt, um Räume mit Streaming-Installationen auszustatten und die Lehrenden mit mobilem Hard- und Software-Equipment (Webcam, kabellose Headsets, Screencasts, virtuelle Präsentationsflächen) vertraut zu machen. So können sie als ganz selbstverständliche Bestandteile in den Präsenzunterricht integriert werden. Klaus Knopper versichert: „Das Team des Referates Digitales und Medien sowie ich selbst als Vizepräsident mit Schwerpunkt Digitalisierung stehen den Lehrenden und Lernenden jederzeit zur Seite. Wir führen regelmäßig Tutorials durch und geben Hilfestellungen für den digitalen und analogen Weg durchs Studium.“

Professor Knopper würde, trotz der vielen positiven Erfahrungen, nicht generell sagen, dass die digitale Lehre der analogen in jedem Fall überlegen ist: „Das digitale Angebot ist nicht ein Ersatz für die Präsenz. Die digitale Studierbarkeit hat allerdings den Vorteil der Ortsunabhängigkeit. Die Reichweite des Angebotes wird vergrößert und die Lernzeit flexibilisiert. Vor allem für die berufsbegleitenden und Teilzeit-Studiengänge kann dies ein großer Vorteil sein. Auf der anderen Seite verlangt die größere Flexibilität eines digitalen Studiums den Studierenden auch mehr Verantwortung, konsequente Planung und gewissenhaftes Vor- und Nacharbeiten von Lerneinheiten ab.“

Digitale Prüfungen sind eine weitere Herausforderung. Bisher gibt es kaum adäquate Lösungen, eine schriftliche Prüfung unter Aufsicht, also die klassischen Präsenz-Klausur, rein digital in datenschutzkonformer Weise abzuhalten. Daher hat die Hochschule diese Prüfungen in Präsenz mit entsprechenden Hygieneauflagen durchgeführt, oder durch digital zu bearbeitende Projekt- und Seminararbeiten ergänzt oder ersetzt.

Professor Knopper ist trotz aller Freude über die Digitalisierung froh, wieder mit der Präsenzlehre beginnen zu können. Man werde einfach wieder mobiler, sitze nicht den ganzen Tag am Bildschirm. Eins ist für ihn jedenfalls gewiss: „Wir können digital.“