1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Hochschule Kaiserslautern Campus Zweibrücken

Hochschule Kaiserslautern Campus Zweibrücken : Neue Hörsäle für bessere Online-Lehre

Am Hochschul-Standort Zweibrücken wird gerade das Audimax umgebaut. Die Technik ist ganz auf die Anforderungen der virtuellen Lehre zugeschnitten.

Der Umbau war schon länger geplant, doch die Corona-Krise machte die Notwendigkeit einer Modernisierung des Audimax am Hochschul-Standort Zweibrücken einmal mehr deutlich. Mit einer neuen Lichtanlage, einem professionellen Videosystem und Veränderungen an der Bühne ist das Audimax jetzt an die Erfordernisse der digitalen Lehre genauso angepasst wie an Präsenzveranstaltungen jeglicher Größe.

„Wir können von kleinen Vorlesungen bis hin zu Großveranstaltungen alles abdecken. Die Technik, die hier verbaut wurde, könnte auch in jedem Fernsehstudio stehen“, bemerkt Luca Hartmuth. Der Master-Student und Assistent von Hubert Zitt kümmert sich, zusammen mit seinen Kollegen Moritz Grenner und Matthias Bauer, um die technische Modernisierung des größten Vorlesungsraums am Zweibrücker Campus.

Der 424 Personen fassende Saal wird nicht nur für Vorlesungen gebraucht, hier finden auch verschiedene Veranstaltungen statt, wie die Weihnachtsvorlesung, Absolventenfeiern, der Mädchen-Technik-Kongress, das Finanzdienstleister Symposion und die Vorträge des Naturwissenschaftlichen Vereins (Nawi) im Rahmen des Studiums Generale.

Zurzeit wird der Hörsaal für die digitale Lehre genutzt. „Die Vorlesungen können automatisch aufgezeichnet werden“, erklärt Luca Hartmuth, „die Software merkt sich den Termin der Veranstaltung anhand des Stundenplans und startet die Aufnahme pünktlich, ohne Zutun der Referenten.“

Vier Kameras dokumentieren die Lehrveranstaltung. Die Studierenden können Zuhause wählen, ob sie das Bild des Dozenten, des Beamers, der Tafel oder der schriftlichen Notizen des Referenten sehen möchten. Die Professoren können im Anschluss an die Aufzeichnung entscheiden, ob sie ihr Veranstaltungsvideo selbst schneiden möchten oder die gesamte Aufnahme unbearbeitet ins Netz stellen wollen.

Möglich macht das ein Content Management System namens Panopto, das den Hochschulen vom Land Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt wird und das beim virtuellen Campus RLP in Mainz gehostet ist. „Wir haben alle drei Standorte der Hochschule mit dem System ausgestattet. Die Möglichkeit, Online-Vorlesungen abzuhalten, wird gut angenommen, vor allem in Pirmasens. Dort ist der Hörsaal maximal ausgebucht“, weiß Luca Hartmuth.

In Zweibrücken wurden sieben weitere Hörsäle an die neuen Anforderungen angepasst. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen, mehrere Hörsäle miteinander zu verschalten und so Lehrveranstaltungen in Teilpräsenz zu ermöglichen. Sind in einem Raum maximal 50 Personen erlaubt, so können weitere 50 Menschen in einem anderen Raum das Geschehen per Videobildschirm verfolgen und auch Fragen stellen, die ebenfalls zwischen den Hörsälen auf digitalem Weg hin- und hergeschickt werden.

In Zeiten von Corona sind viele Ideen gefragt und die Hochschule nutzt die Möglichkeiten der digitalen Technik. So soll es dieses Jahr auch wieder eine Weihnachtsvorlesung geben – am Donnerstag, 17. Dezember, 19 Uhr. Diesmal als reiner Internet-Stream mit den Möglichkeiten der aktuell eingebauten Technik. Beim Ausbau des Audimax stoßen die Macher auf Probleme, die vor Corona unbekannt waren. So ist derzeit Video-Equipment schwer zu beschaffen und die Preise für Webcams sind enorm gestiegen. „Ich freue mich immer, wenn ich eine Rückmeldung bekomme, dass die virtuelle Lehre gut funktioniert“, sagt Luca Hartmuth.

Viele Studierende sind gar nicht so unglücklich über die aufgezeichneten Vorlesungen, die man sich zum Zeitpunkt seiner Wahl anschauen kann. „Außerdem entfallen die Fahrtzeiten zur Hochschule“, bemerkt Hartmuth, der im Saarland wohnt und nach Zweibrücken und zurück zu seinem Wohnort eine Stunde Fahrtzeit hat.