Hobbyimker Ewald Hüther aus Stambach Der Schwarm seines Lebens

Stambach · Hobby-Imker Ewald Hüther aus Stambach hat sich im Laufe seines Lebens enormes Fachwissen zum Thema Bienen angeeignet. Auch beruflich kann er das nutzen.

 Ewald Hüther am Sonnenwachsschmelzer auf seinem bienenfreundlichen Gelände.   Foto: Sabine Best

Ewald Hüther am Sonnenwachsschmelzer auf seinem bienenfreundlichen Gelände. Foto: Sabine Best

Foto: Sabine Best

„Das Summen der Bienen ist die Stimme des Gartens“ steht auf einem Schild am Anwesen von Hobby-Imker Ewald Hüther in der Bachstraße 4 in Stambach. Dort bietet er auch seinen selbst hergestellten Honig zum Verkauf an. Seine fleißigen Bienen – insgesamt sind es 20 Völker – hat er auf seinem etwa 2500 Quadratmeter großem Gartengrundstück zwischen Stambach und Dellfeld im ehemaligen Sandsteinbruch angesiedelt. Durch die Lage herrscht dort ein besonderes Mikroklima, in dem neben den unterschiedlichsten Obstbäumen und Sträuchern viele Wildstauden gedeihen – wie beispielsweise die „Durchwachsene Silphie“, eine Energiepflanze (Maisalternative) die bis in den September blüht und deshalb eine gute Bienenweide in einer Zeit abgibt, in der die Honigbienen nicht mehr allzu viel Nektar finden. Aber auch wilder Oregano, Johanniskraut, Baldrian, Beinwell und vieles mehr gehören zu der vielfältigen Vegetation.

Sehr eindrucksvoll ist auch eine große koreanische Duftesche, ebenfalls ein guter „Bienenbaum“. Nach dem Motto: „Lasse wachsen, was wachsen will“, lässt Hüther seinen Garten sehr naturbelassen, was nicht nur den Bienen als Lebensraum zugutekommt. Im „Bienenhaus“ hat der Hobbyimker, der auch Vorstand des Imkervereins „Unteres Schwarzbachtal“ ist, alles, was er für seine Bienen und die Honigproduktion braucht. Neben Brutraum und Futterraum gibt es den Schleuderraum mit solarbetriebener Schleuder – und einen Sonnenwachsschmelzer mit dem, ebenfalls mit Sonnenenergie, das Wachs aus den Waben geschmolzen wird. „Sieben bis acht Kilo Honig verbrauchen die Bienen, um ein Kilo Wachs zu erzeugen“, weiß der Imker. Zum weiteren Equipment gehören Stockmeisel und Bienenbürste zum Säubern der Waben und ein fast schon antiker Smoker der noch mechanisch betrieben wird. Hüther führt das Imkern bereits in dritter Generation fort. Neben vielem Wissen hat er von Großvater und Vater zum Teil auch das alte Handwerkszeug übernommen und hält es in Ehren.

Dieses Jahr sei ein gutes Honigjahr – warm und feucht – gewesen. Ewald Hüther ist mit dem Ertrag (im Durchschnitt 34 Kilo Honig pro Volk) zufrieden. Nun heißt es, den Stock in Ordnung zu bringen und dafür zu sorgen, dass seine Bienen genügend Futter für den Winter haben und gesund bleiben. Vor allem müssen sie vor der Varroamilbe geschützt werden – dabei gibt es Bestrebungen Milben resistente Bienen zu züchten.

Angst vor Stichen hat Hüther nicht: „Hier sind die Bienen als Nutztier auf Sanftmut selektiert.“ Stechen ist nur zur Verteidigung wichtig – in erster Linie in Ländern, wo der Bär der größte Feind der Bienen ist. Dabei hat die Natur es so eingerichtet, dass ein ausgerissener Stachel nach einem Stich in die Bärenschnauze Duftstoffe aussendet und so als Zielmarkierung für weitere Bienen zum Stechen dient. So kann auch ein ausgewachsener Bär von der geballten Bienenpower in die Flucht geschlagen werden. „Außerdem ist Bienengift ein Supermittel gegen Rheuma“, weiß der Imker.

Nachdem Ewald Hüther sich so ziemlich alles angeeignet hatte, was mit Honigbienen zu tun hat, begann er sich den Wildbienen zu widmen. Am Anfang habe er beim Bau der Behausungen so ziemlich alles falsch gemacht und erst allmählich das richtige Fachwissen bekommen, sodass sich in seinem Naturparadies jetzt beispielsweise die Zaunrübenbiene oder die große Gartenwollbiene wohlfühlen. „Wenn alles blüht, summen und brummen hier über 50 Sorten Wildbienen“, erzählt der „Bienenvater“ nicht ohne Stolz.

Auch beruflich beschäftigt sich der gelernte Maschinenbautechniker seit drei Jahren mit dem Thema Bienen: Zum Projekt Bienen-Plus der Heinrich Kimmle Stiftung – sie unterstützt Menschen mit Beeinträchtigungen in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Bildung, um ein weitgehend selbständiges und eigenständiges Leben zu ermöglichen – gehört auch der Integrationsbetrieb Wachsmanufaktur auf dem Riegelbrunnerhof bei Münchweiler an der Rodalb, den Ewald Hüther leitet.

Hier wird Wachs von Imkereien aus ganz Deutschland wieder zu Mittelwänden für Bienenstöcke entweder in Handarbeit oder mit der Mittelwandgießmaschine umgearbeitet und so wieder der Honigmanufaktur zugeführt.

Aber auch weitere Projekte hat Hüther mit seinen Mitarbeitern schon verwirklicht, wie beispielsweise den Bau eines Wildbienenhauses auf dem Naturlehrpfad in Heltersberg.

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