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Historisches Flugzeugrennen in Zweibrücken

Historisches Flugplatzrennen : Rennzirkus mit Chrom und Tradition

Bereits zum zweiten Mal waren auf dem Zweibrücker Flugplatz historische Zwei- und Vierräder unterwegs.

Ein Motorsportspektakel der ganz besonderen Art ließ zu diesem Septemberwochenende die Herzen vieler aktiver Motorsportler wie auch motorsportbegeisterter Zuschauer hinter den Absperrgittern höher schlagen.

Glänzend organisiert, gute Atmosphäre im Fahrerlager, wo trotz der hohen Teilnehmerzahl noch Freiraum blieb, ausgezeichnetes Zeitmanagement und einen Knüller zum Auftakt, den viele so noch nicht erlebt haben. Gemeint ist damit das Fahrzeugkorso in den späten Freitagnachmittagsstunden, als sich Rennautos und Sportwagen vom Flugplatz aus in die Rosenstadt hinunter zum Schlossplatz hin schlängelten und auf großes Zuschauerinteresse stießen.

Als Veranstalter hatte sich Wolfgang Heinz dazu entschlossen, wollte ganz bewusst eine Verbindung von Sportstätte und Sportlern zur Stadtbevölkerung schlagen und dankte in einem Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur dafür nicht allein Oberbürgermeister Marold Wosnitza, sondern insbesondere der Zweibrücker Polizei für deren Einbringen. Mit etlichen Dienstfahrzeugen regelte sie den Verkehr, sorgte für eine kurzfristige Absperrung, womit der Lindwurm an Renn- und Sportfahrzeugen nicht nur schnell von Flugplatz aus in die Stadt kam, sondern später auch wieder zurück.

Über mangelndes Interesse musste sich niemand auf dem Schlossplatz beklagen, Teams- und Fahrzeuge wurde in der sachkundigen Moderation vorgestellt und so auch bei manchem das Besucherinteresse für einen Abstecher zum 2. Historischen Flugplatzrennen geweckt. 

Wettermäßig stand dieses zunächst unter einem guten Stern, blauer Himmel und eine nochmals mit viel Kraft scheinende Septembersonne bescherten förmliches Kaiserwetter. So war es auch nicht verwunderlich, dass viele „Zaungäste“ die lange Start-Ziel-Gerade säumten, von wo aus sie das gesamte Streckengeschehen mit den extra aufgebauten Schikanen zur Geschwindigkeitsminimierung und auch als zusätzliche Herausforderung verfolgen konnten.

Durch die schon vorher eingeplanten Unterbrechungen (sie wurden dem Flugverkehr geschuldet) kam keineswegs Langeweile auf, bot doch das offenen Fahrerlager genügend Möglichkeit zur Information und Diskussion direkt mit den Aktiven. Wie etwa mit dem Esslinger Rennfahrer Walter Lais, der einen ehemaligen Formel 1-Rennwagen aus dem Bad Dürkheimer Rennstall ATS pilotiert und am Sonntag bei den Sekundenjagden auf der Rennpiste für Furore sorgte. Walger Lais zählt zu den führenden Köpfen beim Württembergischen Automobilclub Stuttgart, ist Ferrari-Vertragshändler und war vom Motorsport-Event durchaus angetan.

Das ist auch der Contwiger Andreas Striegel gewesen, der heuer beim Motorsportspektakel direkt vor der Haustür mit seinem „Salzburg-VW 1302 S“ dabeisein konnte. Mit seinem Franzer hatte Striegel noch zur Premiere im letzten Jahr an einer großen Histo-Rallye teilgenommen, doch diesmal fand das historische Flugplatzrennen gleich im Terminkalender seinen Platz und natürlich drängelten sich auch um den silberfarbenen VW in Rallye-Outfit und den rotweißroten-Längsstreifen über den „Käfer“ viele Neugierige. 

400 Rennen schon auf dem „Buckel“ hat auch der „pfiffige“ Horst Kowalski aus Kruft bei Andernach. Sohn Sandro steht diesmal als Seitenwagenfahrer im Mittelpunkt, steuert eine knallrote LCR F1 Suzuki durch Kurven, Schikanen und über die Geraden. Vater Horst beobachtet akribisch und gibt vor allem dem „Schmiermaxen-Newcomer“ Jan wertvolle Tipps, weil dieser noch Erfahrung sammeln muss.

Bei den Motorrädern gab es auch einen Unfall in der Schikanenzone, wo sich zwei Fahrer zu nahe kamen und stürzten. Das Krankenhaus konnten allerdings beide nach einer ärztlichen Behandlung wieder Verlassen, so Wolfgang Heinz auf Nachfrage unserer Zeitung. Heinz kündigte auch bereits am Wochenende eine Neuauflage für den September 2022 an.