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Herz schlägt für Politik und FCK

Herz schlägt für Politik und FCK

Wer sind die Menschen, die in unserem Wahlkreis für den Landtag kandidieren? In einer Serie porträtiert der Pfälzische Merkur die sechs Direkt-Kandidaten. Heute: Christoph Gensch von der CDU.

Fußball - das ist Christoph Genschs große Leidenschaft. Dem FCK hat sich der Zweibrücker mit Haut und Haaren verschrieben. Wenn er vom "Betze" spricht, dann leuchten seine Augen.

"Ich bin am 3. November 1978 geboren. 14 Tage später, am 17. November 1978, wurde ich Mitglied beim FCK", sagt der 37-Jährige und zeigt zum Beweis stolz seinen Mitgliedsausweis. "Mein Pate meldete mich damals an", erklärt er. Der Pate hatte den richtigen Riecher: Bis heute fiebert Gensch mit den Lautrern mit. So manches, was er vom Fußball gelernt hat, nutzt ihm auch für seine politische Karriere. Geschenkt bekommt man nichts. Nur wer genug Punkte sammelt, steht zum Schluss als glänzender Sieger da.

Genug Punkte zu sammeln, das ist jetzt auch die Mission für den Politiker Christoph Gensch. Der 37-Jährige will für die CDU in den rheinland-pfälzischen Landtag einziehen.

"Die Chance ist da. Aber es wird nicht einfach. Wir kämpfen!", sagt er. Die Parteifreunde aus Mainz würden ihn "sehr gut unterstützen". Aber sicher ist nichts. Die Flüchtlingskrise überstrahle jedes andere Thema im Land, es sei schwer vorherzusagen, wie dies die Wahlen beeinflusse. Gensch, Fraktionschef seiner Partei im Stadtrat, bezieht klar Stellung: "Zuwanderung in Maßen ist ein Gewinn für unser Land. Aber wir brauchen klare Regeln. Es geht auch darum, unsere Werte zu verteidigen." Er spricht sich für ein Flüchtlingskontigent aus, es führe kein Weg daran vorbei, die europäischen Außengrenzen gut zu schützen. Das führe zwar zu einer "Festung Europa", sei aber unumgänglich.

Der Zweibrücker macht aber klar, dass die Flüchtlingskrise in dreifacher Hinsicht Verantwortung abverlange: "Deutschland schützen, Europa erhalten - Stichwort Schengen - und auch die humanitären Verpflichtungen wahrnehmen, die wir haben. Keiner dieser drei Aspekte darf gegen den anderen ausgespielt werden."

Neben der Flüchtlingskrise sei die Infrastrukturpolitik ein wichtiges Thema, neben dem Straßenausbau nennt er den vierspurigen Ausbau der B 10 sowie die Reaktivierung der S-Bahn. Als Mediziner liege ihm die Gesundheitspolitik besonders am Herzen, aktuell der Punkt "Erhalt der Gynäkologie für Zweibrücken ". Eine Fusion der beiden Krankenhäuser dürfe nicht zu einem Aus der Gynäkologie führen, bekräftigt der Zweibrücker .

Von großer Bedeutung sieht Gensch die Sicherheitspolitik. Unter Rot-Grün habe die Polizei massiv Überstunden im Land angehäuft, aktuell seien es 1,7 Millonen. In Rheinland-Pfalz gebe es deutlich zu wenig Polizisten. "Wichtig ist mir auch: Der Respekt gegenüber den Polizisten darf nicht verloren gehen. Es gibt immer mehr Übergriffe gegen die Beamten." Rot-Grün habe stattdessen lieber eine Kennzeichungspflicht für Beamte gefordert und eine Beschwerdestelle für Bürger geschaffen. Gensch rügt die Landesregierung scharf: "Statt sich zu bemühen, Respekt für die Beamten zu schaffen, hat sie Misstrauen ihnen gegenüber gesät."

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Zur PersonChristoph Gensch, 37, ist verheiratet und von Beruf Mediziner. Er studierte in Homburg, promovierte 2008 und arbeitete danach bis Mitte 2014 an der Uniklinik; unterbrochen war diese Tätigkeit durch einen Forschungsaufenthalt in den USA, den ihm ein Stipendium ermöglichte. Im Mai 2014 zog er in den Zweibrücker Stadtrat ein; er ist Fraktionschef der CDU . Derzeit betreibt er gemeinsam mit seinem Vater Ulrich Gensch eine internistische Gemeinschaftspraxis in Zweibrücken . Privat spielt Gensch gerne Fußball bei den VB Zweibrücken , wo er sich auch im Vorstand engagiert; er ist ein großer Anhänger des FCK und besucht regelmäßig die Heimspiele auf dem Betzenberg. eck