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Herbstkonzert des Kammerorchesters Zweibrücken

Herbstkonzert : Zweibrücker Kammerorchester formiert sich neu

Seine Fans sind ihm trotz mehrjähriger Corona-Zwangspause treu geblieben.

Endlich konnte am Sonntag wieder das traditionelle Herbstkonzert des Zweibrücker Kammerorchesters in der Alexanderskirche stattfinden. Das ließen sich gut 200 Musikfreunde nicht nehmen und waren schnell begeistert. „Wohltemperiert“, wie versprochen, war die Kirche zwar nicht, dafür aber die Musik sehr wohl.

Mit Georg Friedrich Händels „Einzug der Königin von Saba“  aus dem Oratorium „Salomo“ ging es ziemlich majestätisch zu, ein treffsicherer Beginn für eine hoffentlich neue ungetrübte Saison. Nach dem viel zu frühen Tod des Zweibrücker Musikpädagogen Bernd Wilms, der über Jahre das Kammerorchester sorgsam geleitet und auf hohem Niveau gehalten hat, stand jetzt Walther Theisohn, Leiter der Herzog-Christian-Musikschule, am Dirigentenpult. Auch er Profi durch und durch und als Oboist weithin bekannt.

Wie gesagt, mit Händel, seinem temperamentvollen, kräftigen Ton, lässt sich Eindruck machen, gerade auch in seinem bekannten Concerto grosso in C-Dur. Sein Harfenkonzert in B-Dur wurde ohne Harfe aufgeführt, die Harfenistin war erkrankt. So griff Theisohn auf eine Fassung mit Orgel zurück. Wer anders als Anita Bischoff hätte hier so kurzzeitig einspringen können. Besonders im zweiten, langsamen Satz setzte sie starke Akzente, die Streicher waren gefordert, insgesamt eine geglückte Harmonie. Das Orchester in guter Besetzung, spielfreudig, gar an manchen Stellen emphatisch.

Vor Mozarts Sinfonie Nr. 29 eine kleine Zwischenmusik von François-André Danican Philidor, der auch am Zweibrücker Hof aufgetreten sein soll. Ein beherztes kurzes Stück, das kaum im Kopf angekommen, auch schon wieder verklungen war. Vielleicht lag es auch daran, dass alle auf Wolfgang Amadeus Mozart warteten, seine Sinfonie Nr. 29 aus dem Jahr 1774 mit einem kuriosen Menuetto und seinem geistreichen Finale Allegro con spirito. Und alles ist Melodie.

Viel Beifall für ein überzeugendes Konzert. Mozart schwemmte alle Torheiten und Unsinnigkeiten aus der Welt für eine Weile hinweg. Das Kammerorchester wird natürlich unter der neuen Leitung, wie sich gezeigt hat, weiterhin für Spannung und Entspannung sorgen, mit Niveau, Temperament und ausgeprägter Spielfreude.