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Herbst- und Gartenmarkt in Zweibrücken

Zweibrücken : Lob von allen Seiten

Händler und Besucher waren begeistert vom Herbst- und Gartenmarkt im Zweibrücker Rosengarten.

Ob Rosen und Sommer oder Herbst und Winter – die Gartenmärte in Europas Rosengarten sind zu jeder Jahreszeit attraktiv und locken Besucher aus Nah und Fern in die Stadt. „Gestern hat es richtig geboomt, heute sind mehr Sehleute unterwegs,“, vermutet am Sonntagmittag Stammbeschickerin Brigitte Lang, die mit ihren ausgefallenen, schneckenförmigen Brunnensäulen und anderen Keramik-Accessoires auffällt.

Gleich nebenan „flogen“ in diesem Jahr erstmals „Futterraben“ aus Metall, an denen Maisenknödel und andere Vogelfutternetze befestigt werden können. „Die sind neu“, bestätigte Zlatuse Eik. Zwei von ihnen wanderten sofort in die Einkaufstaschen von Sabine Fauts und Tanja Walle. „Wir sind immer hier“, lachten die beiden Frauen, glücklich über die witzigen Hängefiguren, „und finden auch auf jedem Markt etwas Schönes“.

Einen völlig neuen Impuls setzte die farbenprächtige Keramik aus Tunesien mit ihren Ofentöpfen Tajin, Müsli- und durchbrochenen Obstschalen und den Lichtkugeln aus glasierter oder Naturkeramik. Katharina Rimbrecht aus Contwig nutzte den Doppelbuggy kurzerhand für Tochter Pauline und die eingekauften Pflanzen. „Das ist eine Maibeere, von der habe ich noch nie gehört“, lobt sie die ausführliche Beratung. Pauline nascht so gerne von den süßen Beerenfrüchten im Garten und braucht sich mit dem neuen Gewächs künftig nicht mehr bis zum Sommer gedulden.

Geduld aufbringen mussten an diesem Wochenende allerdings alle, die einen Parkplatz suchten: Da der Parkplatz an Heilig Kreuz gesperrt ist und im Landgestüt der Mittelaltermarkt ebenfalls seine Fans von weit her anlockte, waren kleine Fußmärsche angesagt. Da kam der Depotservice besonders gut an. „Das sind nur die kleinen, leichten Sachen“, lachten Martina und Uwe Heinrich aus Pirmasens, die mit dem „Dorfsherriff“, ihrem Australischen Terrier Jacky, unterwegs waren. Auch sie gehören zu den Stammgästen im Rosengarten und finden auf den Märkten immer etwas. „Eher zu viel“, schmunzeln beide.

Familie Jörg aus Rimschweiler ließ sich in diesem Jahr besonders gezielt inspirieren. „Wir haben vor sechs Jahren gebaut und können jetzt an die Gartengestaltung gehen“, erklärte Mutter Sabine. Auch Vater Tobias und Tochter Alicia hatten bereits beide Hände voll.

Bei Sabine Blinn von der „Blumenzeit“ in Zweibrücken läuteten verspielte Drahtengelchen und glänzende Herzen bereits die Vorweihnachtszeit ein. Im Mittelpunkt stand jedoch wunderschöne Herbstdekoration, Herbstbepflanzung und vielfältige Kulinarik auf hochwertigen Rohstoffen von Chutneys, Dips, Nussaufstrichen und Griebenschmalz vom Hällischen Landschwein über Essige und Balsamessige, Olivenöl aus Kreta oder Saatenölen vom Berghof-Einöd sowie Italienische Feinkost von einem Pirmasenser Stammbeschicker.

Zum ersten Mal auf dem Markt und „sehr zufrieden“ war die Zweibrückerin Marielouise Böhm-Spiegel von Feinkost Louise. Ihre kleinen, kugeligen Laibe von Kräuter- über Gewürz- bis hin zu Trüffelkäse fanden reißen Absatz und lassen sie hoffen, „dass ich wiederkommen darf“.

„Das ist der beste Markt, auf dem wir je waren – und wir sind auf vielen Märkten unterwegs!“ Die Begeisterung bei den Bliestal-Forellen bezog sich nicht allein auf den Umsatz. Dabei war bereits am Samstag das gesamte Kontingent für das Wochende verkauft, so dass die ganze Nacht über ofenfrischer Räucherfisch entstand. Das Ehepaar Gutzler aujs Lautzkirchen lobte die perfekte Organisation ebenso wie den beschickerfreundlichen Service. „Da kommt jemand und übernimmt den Stand, damit man mal auf Toilette gehen kann, das habe ich noch nirgendwo erlebt“, staunt von Jean-Marie Gutzler. Die geräucherten Forellen und Saiblinge sind eine willkommene Ergänzung für das breit gefächerte Angebot.

Zu diesem gehört traditionell auch das QiGong an jedem Sonntagmorgen. Viele Marktbesucher blieben erstaunt stehen und sahen der gut 30-köpfigen Gruppe zu, die unter Anleitung der Chinesin Hui Lia diesmal auf der Wiese neben der Konzertbühne ihre Gesundheit förderten. Einige erschraken bei den Kampfschreien auf dem Kung Fu. „Das ist spannend und macht total viel Spaß!“ Der zehnjährige Mike Blinn, unterwegs mit seinen Großeltern, hatte spontan mitgemacht und würde das jetzt gerne öfter tun, meinte er.