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Helferbörse in Zweibrücken zählt bereits 120 Bürger

DRK ist „total überwältigt“ : Helferbörse zählt bereits 120 Freiwillige

DRK und Ärztenetz Zweibrücken zeigen sich „überwältigt“ von großer Resonanz unmittelbar nach Start der Initiative.

Die Not ist groß in der Corona-Krise. Es mangelt an vielem – vor allem Menschen mit medizinischer Ausbildung, Pfleger und weitere Fachkräfte werden händeringend gesucht. Aus diesem Grund ist vor wenigen Tagen in der Rosenstadt eine Helferbörse ins Leben gerufen worden (wir berichteten bereits kurz). Initiatoren sind das DRK und das Ärztenetz Zweibrücken.

Ziel ist es, die genannten Fachkräfte zu rekrutieren. Wer als Arzt in Rente ist, Medizin studiert oder etwa nach einer Ausbildung als MTA oder Pfleger etwas anderes macht und die zeitlichen Möglichkeiten hat, zu helfen, soll sich beim DRK melden.

Die Resonanz darauf ist enorm, wie Hans Prager vom DRK erklärt. „Wir haben bereits rund 120 Helfer registriert. Das ist total überwältigend“, erklärte er strahlend. Prager bittet alle Bürger, die das entsprechende Wissen haben und mitmachen wollen, sich unter der E-Mail-Adresse coronahilfe@kv-swp.drk.de zu melden.

Prager sagte, das DRK habe dem Nardini-Klinikum bereits Personen aus der Börse gemeldet, damit diese rasch auf sie zugreifen kann.

Auch das Ärztenetz ist sehr positiv überrascht, dass sich unmittelbar nach Gründung der Helferbörse so viele Freiwillige gemeldet haben. „Das ist ganz stark“, lobte Christoph Gensch vom Ärztenetz. Er dankte dem DRK für das Engagement, er sei „sehr froh darüber“, dass die Helferbörse einen derartigen Zuspruch finde.

DRK-Mitarbeiter Prager machte darauf aufmerksam, dass es momentan bei der Auswertung der Abstriche, die am Corona-Test-Center am Nardini-Klinikum vorgenommen werden, zu Verzögerungen kommt. Das liege nicht mehr an den technischen Problemen, die das Labor in Kaiserslautern hatte (wir berichteten), diese seien behoben. Aber die Inanspruchnahme des Labors sei enorm; Prager sagte, es dauere aktuell rund fünf Tage, bis ein Ergebnis vorliegt. „Wir rufen die Betroffenen an, sobald wir ein Ergebnis haben“, sagte er. „Die Leute müssen nicht 25 mal auf der Hotline anrufen.“ Er verstehe die Ungeduld der Patienten – aber es gehe einfach nicht schneller. Mittlerweile sei der Andrang an der Test-Station nicht mehr ganz so groß, Prager schätzte die Zahl der Menschen, die dort jeden Abend von 18 bis 20 Uhr erscheinen, „auf unter 50“.

Nach Informationen des Merkur haben inzwischen auch einige der rund 115 Zweibrücker Schüler, die in Tirol in einer Skifreizeit waren (wir berichteten) einen Test vornehmen lassen, es waren rund zehn Schüler. Die Ergebnisse waren alle negativ.

 Hans Prager vom DRK Kreisverband Südwestpfalz
Hans Prager vom DRK Kreisverband Südwestpfalz Foto: Nadine Lang
 Der Zweibrücker Mediziner und Politiker Dr. Christoph Gensch
Der Zweibrücker Mediziner und Politiker Dr. Christoph Gensch Foto: CDU Zweibrücken

Auch der Landkreis Südwestpfalz sucht im Kampf gegen das Corona-Virus ehrenamtliche Helfer aus dem medizinischen Bereich. Angesprochen sind laut Landrätin Susanne Ganster Pfleger, MTA‘s, Arzthelfer, Ärzte und Medizinstudenten, die aktuell nicht als solche tätig sind. Erstes Ziel sei, den Betrieb des Corona-Centers in Höhfröschen (wir berichteten) auch über längere Zeit reibungslos fortführen zu können. Reservekräfte werden auch bei Engpässen von Alten- und Pflegeheimen oder mobilen Diensten gebraucht. Anmeldungen bitte bei der Kreisverwaltung per E-Mail an helfen@lksuedwestpfalz.de oder unter Telefon (06331) 809 154.