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Guter Start, aber schwieriger Weg

Guter Start, aber schwieriger Weg

Das Evangelische Krankenhaus hat turbulente Wochen hinter sich. Doch jetzt strahlt wieder helles Licht am Ende des Tunnels. Überzeugend hat die Führung diese Woche die Vorteile der Kooperation mit der Uniklinik für die Patienten dargelegt.

Wenn sich die Aufregung bei vielen potenziellen Patienten darüber gelegt hat, auf welche Art und Weise sich der Träger LVIM von mehreren Chefärzten getrennt hat, mit deren Ruf er jahrelang geworben hatte, werden die neuen Fakten sprechen. Und Fakt ist: Die neue internistische Führung besteht aus Top-Medizinern. Fakt ist ebenso, dass die enge Anbindung an die Universitätsmedizin einen Vorteil gegenüber anderen kleinen Krankenhäusern bietet. Doch Jubel-Arien anzustimmen, wäre voreilig. Denn der weitere Weg wird schwer. Ob das Evangelische Krankenhaus aus dem Tunnel herauskommt, ist noch nicht gewiss. Denn die neue Struktur ist zwar gut, steht aber auf wackligem Fundament. Das Evangelische hat offen eingeräumt, dass ihm seine bisherigen Innere-Chefärzte zu teuer waren. Für die beiden neuen "Chefärzte " ist Zweibrücken nur ein Nebenjob: Der LVIM lässt sich nicht einmal auf die Aussage festlegen, dass beide mindestens einmal in der Woche hier sind. Was eigentlich gar kein Problem wäre, denn sie haben zwei Spitzenmediziner als ständige Vertreter vor Ort. Doch diese "Ärztlichen Leiter" müssen Chefarzt-Arbeit leisten - werden aber nicht wie Chefärzte bezahlt. Ob das lange gutgeht? Unterbezahlte Spitzenmediziner mit Führungserfahrung werden heute schnell abgeworben. Zwar hätte die Uniklinik sicher kein Problem, neue exzellente Oberärzte nach Zweibrücken zu schicken - doch im Wettbewerb um Patienten zählen auch bekannte Gesichter, die sich in Zweibrücken bereits einen sehr guten Ruf erarbeitet haben. Und da hat das Nardini-Klinikum mit seinen nun drei internistischen Chefärzten ebenfalls viel Potenzial am Markt.