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Gute Azubis händeringend gesucht Kurzarbeit auf dem Rückzug - Aber Terex-Demag baut sie aus

Gute Azubis händeringend gesucht Kurzarbeit auf dem Rückzug - Aber Terex-Demag baut sie aus

Zweibrücken. Ob die Wirtschaftskrise wirklich vorbei ist, kann immer noch niemand sicher sagen. So positiv, dass sie schon an größere Neueinstellungen denken, sehen weder Kranbauer Terex-Demag, noch Maschinenbauer Pallmann oder Paletten Gölz auf Merkur-Anfrage

Zweibrücken. Ob die Wirtschaftskrise wirklich vorbei ist, kann immer noch niemand sicher sagen. So positiv, dass sie schon an größere Neueinstellungen denken, sehen weder Kranbauer Terex-Demag, noch Maschinenbauer Pallmann oder Paletten Gölz auf Merkur-Anfrage. Dafür zeichnet sich ein anderes Problem ab: Es mangelt an gut qualifizierten Auszubildenden, perspektivisch werden die Fachkräfte knapp.Michael Wöhler, Europa-Personalgeschäftsführer bei Terex-Demag, sieht für kommendes Jahr nicht nur für sein Unternehmen die Gefahr, dass Stellen nicht qualifiziert besetzt werden können. Terex-Demag setze auf den eigenen Nachwuchs. "Wir arbeiten viel mit Praktikanten und Hochschülern und versuchen, Mädchen für die technische Ausbildung zu begeistern." Beim Landmaschinenhersteller John Deere wurden aber zuletzt die Bewerbungen für Azubiplätze immer weniger. Es kämen "in aller Regel zirka hundert Bewerber auf 15 neue Stellen in unserer Lehrwerkstatt", erklärt Personalchef Klaus Ruf. Doch für den neuen Ausbildungsjahrgang, der im September 2011 beginnt, habe man einen leichten Rückgang verzeichnet.

Nicht immer ist fehlende Quantität, oft auch fehlende Qualität das Problem. Marcus Reister, Geschäftsführer der Baufirma Wolf und Sofsky: "2010 hatten wir schon das Problem, dass es vielen Jugendlichen nur darum ging, eine Ausbildungsstelle zu bekommen, unabhängig davon, ob sie den Job machen wollten." In früheren Jahren habe es noch viele gute Bewerber gegeben, sodass man sogar mehr Azubis eingestellt habe. Im Moment beschäftige Wolf und Sofsky etwa zehn Azubis im Straßenbau, als Betonbauer und im kaufmännischen Bereich. Was den Nachwuchs angeht, sehe es im hiesigen Baugewerbe noch gut aus. In anderen Regionen müsse um Azubis geworben werden. "Doch es ist erkennbar, dass auch wir über kurz oder lang einen Engpass bekommen", so Reister. Es sei wichtig, dass Firmen ihre gut ausgebildeten Fachkräfte auch in der Krise behielten. Darauf setzt auch die Firma Pallmann. Personalleiterin Bettina Teuber: "Wir haben die Anzahl unserer Ausbildungsplätze vor allem im gewerblichen Bereich aufgestockt, weil wir versuchen, die Fachkräfte aus den eigenen Reihen nachzuziehen. Insgesamt haben wir derzeit etwa 30 Azubis." Manche der Ausgesuchten glänzten sogar mit den landesweit besten Abschlüssen. Zweibrücken. Auch wenn sie noch Kurzarbeit fahren, zeigen sich die großen Zweibrücker Firmen optimistisch. John-Deere-Personalchef Klaus Ruf: "Wir wollen im Februar und März etwa zwei Dutzend neue Mitarbeiter befristet einstellen, um Kapazitätsspitzen auszugleichen." Kurzarbeit sei bis Juli möglich, solle aber nur bis Mitte Januar ausgeschöpft werden. Bei Pallmann habe man Kurzarbeit bis März 2012 beantragt "falls nochmal ein Loch kommt", setze sie aber derzeit aus, so Personalchefin Bettina Teuber. Nur Terex-Demag hat die Kurzarbeit ausgeweitet. Das sei aber kein Grund zur Sorge, erklärt Geschäftsführer Michael Wöhler, dramatische Einbrüche habe es keine gegeben. Bei Großkranen wirke sich die schlechte Konjunktur aber mit Verzögerung aus. Vorgesehen sei, in beiden Zweibrücker Terex-Werken an drei bis vier Freitagen im Monat Kurzarbeit zu fahren. Spätestens zur Jahresmitte wolle man sich "die Lage genau ansehen". Entlassungen seien keine geplant, könnten aber nicht ausgeschlossen werden. Besser sieht es bei Wolf und Sofsky aus: Hier ist die Auftragslage gut, keine Spur von Krisenstimmung, kein Bedarf für Kurzarbeit. ek