Grüner Besuchermagnet

Gut besucht war am Wochenende der Herbst- und Gartenmarkt im Rosengarten. Dabei wurde fast alles angeboten, was auch nur entfernt mit Garten und Natur zu tun hat. Auch Führungen waren im Angebot.

Rosenkönigin Katrin I. und Michel aus de Palz eröffneten den herbstlichen Rosenzauber. Foto: Kolf Foto: Kolf

Perfektes Spätsommerwetter lockte am Wochenende 7600 Besucher zum Herbst- und Gartenmarkt in den Rosengarten. Vieles gab es zu gucken, zu entdecken und zu bestaunen: Duftiges, Köstliches, Dekoratives, Originelles und Wissenswertes.

Man konnte zum Beispiel mannshohe Wanderstöcke aus Schwarzdornholz kaufen, so wie sie Schäfer oft benutzen. "Diese Stöcke sind sehr selten", sagt Armin Minet, der sie in Handarbeit fertigt. Der Schwarzdorn wächst nämlich sehr krumm. Um einen geraden Ast zu erhalten, der als Wanderstock geeignet ist, musste Minet ein wenig nachhelfen, also die Äste schon während des Wachstums entsprechend festbinden, erzählt er.

Naturseifen aus Marseille wurden feilgeboten, genauso wie Körbe, Kissen und Gartenmöbel.

Die Vielfalt der angebotenen Produkte auf dem Markt war enorm, genauso die Originalität. Von Schrott-Kunstwerken über solche aus Holz, Keramik, Metall oder Beton bis zu den vielfältigsten Deko-Artikeln war bald für jeden Geschmack etwas dabei. Nicht zu vergessen die Fülle an Pflanzen, Stauden Sträuchern, Stöcken und Blumenzwiebel, die auf dem Markt von Fachleuten angeboten wurden. Dazu das ein oder andere Gartengerät und Hilfsmittel. Damit müsste also theoretisch jeder aus seinem Hausgarten oder Balkon ein botanisches Kleinod zaubern können.

Wer weder Garten noch Balkon hat, wurde auf dem Markt dennoch fündig. Hübsche oder köstliche Sachen konnte man erstehen: Hier einen schicken Hut, dort ein gewalktes Wolloberteil, da ein tolles Schmuckstück - handgefertigte Unikate allesamt. Öl aus Kreta, Seelen (Brotstangen mit Kümmel und Salz) aus dem Schwäbischen, italienische Salami, Senfe, Brotaufstriche und - passend für den Rosengarten - allerlei Rosenspezialitäten: Likör, Essig, Fruchtaufstrich, Tee, Waffeln oder Badezusatz. Lauter Besonderheiten, die es nicht an jeder Ecke gibt. Zumal etliche der Händler von weit her anreisen. Sie kommen zum Beispiel aus Berlin, aus Franken, aus dem Ruhrgebiet oder aus Baden-Württemberg.

Für die Besucher, die nicht nur gucken und kaufen, sondern zuhören und fragen wollten, gab es Führungen durch den Rosengarten. Bei der ein- bis eineinhalbstündigen kostenlosen Führung, die zweimal pro Tag stattfand, konnte man viel erfahren über die mehr als 100-jährige Geschichte des Rosengartens. Über die Gründung und die feierliche Eröffnung durch Prinzessin Hildegard von Bayern nur wenige Wochen vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914. Über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Park in städtische Obhut kam und die Pflanzenvielfalt zunahm. Der Park sollte den Besuchern nämlich nicht mehr nur zur Rosenblüte von Juni bis Mitte Juli eine Augenweide sein, sondern das ganze Jahr über. Und natürlich wurde viel über die Rosen selbst geredet, ihre Arten und ihre Pflege. Im Rosengarten gibt es mittlerweile über 1650 verschiedene Rosen . Wie viele von jeder Sorte wo im Park stehen, das wird genau protokolliert.

Wer dann von dem bunten Treiben beim Gartenmarkt geschafft war, konnte sich in dem großen Biergarten ausruhen und stärken. Oder einen der kleineren kulinarischen Stände ansteuern. Sich mit den erworbenen Köstlichkeiten auf einer Parkbank von der Sonne wärmen zu lassen, dürfte ein perfekter Ausklang des Marktbesuchs sein. Die Sonne begrüßte am Samstag pünktlich um 11.30 Uhr zur offiziellen Eröffnung die Gäste des Herbstmarktes "Herbstlicher Rosenzauber" auf dem Schlossplatz und rundete das Thema Herbst perfekt ab. Für den "Rosenzauber" sorgten die Rosenblüten auf dem Wasser des Schlossbrunnens sowie die Gestecke am Rand des Wasserspiels. "Ich liebe die Rosen , ich liebe das Meer", sang dazu "Michel aus de Palz", Michael Wack, seiner Heimatstadt Zweibrücken und ihrer Partnerstadt Boulogne-sur-Mer ein Ständchen.

Der Rosenzauber war gedacht als Auftakt für den Herbstmarkt im Rosengarten, erklärte die neue Citymanagerin Petra Stricker. "Genießen Sie die Innenstadt und dann ab in den Rosengarten", rief sie die Besucher auf. Wer den Weg zu Fuß in den Rosengarten scheute, für den stand eine barocke Kutsche bereit.

Das Angebot auf dem Schlossplatz konnte sich durchaus sehen lassen. Neben Speis und Trank konnte man vielfältige Holzarbeiten und kunstvolle Gartendeko aus Eisen erstehen. Traditionelles durfte auf dem Handwerkmarkt auch nicht fehlen, so boten Bürstenmacher, Korbflechter und Scherenhändler ihre Waren feil.

Leider war der Zuspruch nicht ganz so gut. Nach dem Auszug der Protagonisten wirkte der Schlossplatz fast wie ausgestorben. Nur Wenige gingen über den Markt oder verweilten an den Ständen der Händler. Auch nach der Rückkehr des Zuges kam keine richtige Marktstimmung auf. "Ich sehe das positiv, das war der erste Herbstmarkt in dieser Form. Doch wir werden das natürlich im Nachgang kritisch prüfen und gegebenenfalls am Konzept feilen", erklärte Petra Stricker.