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Großbrand auf Mülldeponie Brandstiftung?

Großbrand auf Mülldeponie Brandstiftung?

Zweibrücken. Ein Opfer der Flammen wurde bei einem Großbrand in den frühen Morgenstunden des gestrigen Mittwochs die Gewerbemüllsortieranlage auf dem Gelände der Mülldeponie Mörsbach des Entsorgungs- und Serviecebetriebs Zweibrücken (EBZ). Geschäftsführer Werner Boßlet sprach noch am Schadensort in den Morgenstunden von einem Millionenschaden

Zweibrücken. Ein Opfer der Flammen wurde bei einem Großbrand in den frühen Morgenstunden des gestrigen Mittwochs die Gewerbemüllsortieranlage auf dem Gelände der Mülldeponie Mörsbach des Entsorgungs- und Serviecebetriebs Zweibrücken (EBZ). Geschäftsführer Werner Boßlet sprach noch am Schadensort in den Morgenstunden von einem Millionenschaden. Dieser ist inzwischen auf sieben Millionen Euro geschätzt worden. Die Kripo Pirmasens hat gestern noch bei den Löscharbeiten ihre Ermittlungen aufgenommen.Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. Oberbürgermeister Helmut Reichling, der sich in den Nachmittagsstunden vor Ort einen Überblick verschaffte und den Feuerwehrleuten seinen Dank für den engagierten Einsatz aussprach, meinte im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur: "Brandstiftung ist nach den mir vorliegenden Erkenntnissen nicht auszuschließen. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, stand alles schon in hellen Flammen. Das kann ein Zeichen für Brandstiftung sein - unter allem Vorbehalt. Näheres müssen die weiteren Ermittlungen klären."

Betriebliches Wachpersonal entdeckte das Feuer und löste sofort den Alarm aus, berichtete Stadtfeuerwehrinspekteur Harald Schmieg (Foto: pm). Gegen 1.20 Uhr war bei der Hauptfeuerwache Zweibrücken der Alarm ausgelöst worden. Bereits wenige Minuten danach waren die ersten Fahrzeuge zum Einsatzort unterwegs. 120 Feuerwehrfrauen und -Männer aus zwölf Wehren sind in den Spitzenzeiten im Einsatz gewesen. Aus der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land waren die Löscheinheiten aus Contwig und Käshofen angerückt. Die Stadtfeuerwehr Homburg brachte das großvolumige Löschfass an den Brandort, die Wehren aus Jägersburg und Kirrberg halfen bei der Brandbekämpfung und unterstützten die in voller Stärke ausgerückte Stadtfeuerwehr Zweibrücken. Noch in der Nacht rückten die Wehren aus Pirmasens, Rodalben, Thaleischweiler-Fröschen an, der Wasserförderzug der Löscheinheit Rieschweiler-Mühlbach verlegte eine 700 Meter lange Schlauchleitung, um Löschwasser aus den auf dem Deponiegelände angelegten Löschteichen zu pumpen. Der Gefahrstoffzug des Landkreises Südwestpfalz rückte an, um Luftmessungen vorzunehmen, denn eine riesige Rauchwolke stand noch in den frühen Morgenstunden über dem Deponiegelände. Vorsorglich war die Warnmeldung durchs Radio verbreitet worden, dass die Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten sollten. Gefahr für die Bevölkerung habe jedoch zu keiner Zeit bestanden, versicherte der Stadtfeuerwehrinspekteur.

In den späten Nachmittagsstunden wurden die Brandnester im Außenbereich abgelöscht. Das Ausräumen der Halle soll heute erfolgen. "Ruhe haben wir erst, wenn die Halle ausgeräumt ist", sagte Schmieg.