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Gockel las Politikern die Leviten

Gockel las Politikern die Leviten

Mit viel Witz, Gesang und Tanz ließ der Humoristische Fasenachtsverein Zweibrücken-Contwig (HFZ) am Samstagabend zum 33-jährigen Bestehen die Korken knallen. Mit dabei waren auch zahlreiche Narren aus befreundeten Vereinen.

Hintergründige Büttenreden, deftige Witze, schmucke Gardemädchen und stimmungsvolle Lieder - die Freunde der fünften Jahreszeit kamen am Samstagabend wieder so richtig auf ihre Kosten. Fast vier Stunden Witz, Gesang und Tanz sorgten für Riesenstimmung. Kein Wunder - hatte doch der Humoristische Fasenachtsverein Zweibrücken-Contwig (HFZ) zur Jubiläums-Prunksitzung eingeladen.

Einer der Höhepunkte in der voll besetzten Contwiger VT-Halle war der Auftritt des durch die Fernsehfastnacht bekannten Andreas Franz von den "Ramsteiner Bruchkatzen". Als "Wettergockel" nahm der Büttenredner das aktuelle politische Geschehen unter die Lupe. So seien 25 Jahre nach dem Fall der Mauer bei manchen die Gedanken von Freiheit und Glück noch nicht im Hirn. Ob Neonazis, Salafisten, Hools oder Islamisten - alle diese seien auf der Straße nicht gewünscht. Bleibe nur zu hoffen, dass die Politik mit Verstand das Richtige tue: "Hauptsache ist, die Richtung stimmt." Auch die Skandale in Bayern - angefangen von Uli Hoeneß bis hin zur Forderung von CSU-Generalsekretär Sven Scheuer nach einer Deutschpflicht zuhause - nahm Franz aufs Korn. Mit Sorge sehe er als Wetterhahn auch die Frauenquote: "So werden wohl auf der Kirchturmspitze künftig Hühner statt Hähne sitze'." Für seine in Reimform vorgetragenen Pointen erhielt das Fastnachtsoriginal stürmischen Applaus.

Raphael Dufour (HFZ) blickte in seiner Rede auf die rasante technische Entwicklung der letzten Jahre zurück. Für nicht wenige Jugendliche sei eine Telefonzelle ein "Smartphone zum Wohnen". Heike Hofer brauchte erst gar nichts zu sagen, damit die Stimmung im Saal aufbrauste. Der Refrain der Putzfrau vom Rathaus ("Trulla Trullala, dort wo meine Leber war, ist jetzt eine Minibar"), kann inzwischen jeder Fastnacher in der Region mitsingen. 33 Jahre HFZ - die Laudatio zum Jubiläum hielt das Urgestein Peter Schmidt. Er blickte auf die Anfänge des Vereins zurück und berichtete über die vielen Aktivitäten auch außerhalb der sogenannten fünften Jahreszeit. Voller Ironie ging Udo Wagner, Bezirksvorsitzender der Westricher Fastnacht, auf den Umzug der HFZ nach Contwig ein: "In Zweibrücken ist ja die Festhalle zu klein, der Wein zu billig und die Miete kostet nix." Als Gratualanten waren zahlreiche der 47 Westricher Vereine gekommen. Nach dem Tod des Ehrenkarnevalisten Manfred Rockstroh in der letzten Wochen wurde die Jubiläums-Session diesem gewidmet. Neben den Auftritten der Büttenredner gab es auch tosenden Applaus für die Einlagen der Garden. Wie Wirbelwinde fegten die Funkenmariechen Lisa Keller, Liv Nehlig und Celine Menge über die Bühne, ebenso das Männerballett, das den begeisterten Narren zeigte, dass auch das vermeintlich starke Geschlecht grazil über die Bühne tanzen kann. Mit von der Partie war selbstverständlich auch das Prinzenpaar Beatrix I. und Sascha I, die im Jubiläumsjahr als Tollitäten den HFZ repräsentieren.

h-f-z.jimdo.com

Zum Thema:

Auf einen BlickTeilnehmer der Jubiläums-Prunksitzung des Humoristischen Fasenachtsvereins: HFZ-Minis, Jugendgarde (HFZ), Andreas Franz (Bruchkatze Ramstein), Funkenmariechen Celine Menge (Herschberger Narren), Raphael Dufour (Bütt), HFZ-Juniorengarde, Peter Schmidt (Laudatio), Funkenmariechen Liv Nehlig, Heike Hofer (KVZ), Volker Siener, Funkenmariechen Lisa Keller, Fanfarenzug Ottweiler, Funkengarde (Herschberger Narren) Lisa Keller und Elisabeth Hornung (Sketch) HFZ-Chillys, Jürgen Schlachter (Bütt), KG Nix wie druff Blieskastel (Showtanz), Frauentanzgruppe (HFZ) und Männerballett (HFZ). Durch das Programm führte Marc Heib. nob