Jedes vierte Haus in Zweibrücken betroffen Hochwasserschäden bei Gewobau nicht versichert

Zweibrücken · Unternehmen beklagt große Schäden durch Hochwasser. Ein Viertel der insgesamt 580 Häuser ist betroffen. Das soll in Zukunft so nicht mehr passieren.

 In 45 Gewobau-Häusern in Zweibrücken fiel sogar der Strom aus – deshalb gab es Notstromaggregate wie hier in der Tilsitstraße.

In 45 Gewobau-Häusern in Zweibrücken fiel sogar der Strom aus – deshalb gab es Notstromaggregate wie hier in der Tilsitstraße.

Foto: Elisabeth Heil

Mit knapp 3000 Wohnungen in 533 Häusern ist die Gewobau der größte Wohnungseigentümer in Zweibrücken. Viele der Keller sind beim Hochwasser seit vergangenem Freitag am Pfingstwochenende vollgelaufen.

„Rund 120 Häuer vor allen in Ixheim und den Breitwiesen sind betroffen – das ist etwa ein Viertel unseres Bestands“, sagt Gewobau-Geschäftsführer Jörg Eschmann auf Merkur-Anfrage. In 45 Häusern sei der Strom ausgefallen.

Aufgrund von Brandschutzauflagen seien in fast allen Häusern die Stromkästen in den Keller gesetzt worden, zuletzt in der Schwalbenstraße. „Das Hochwasser hat die Installationen stark beschädigt, einige Stromkästen sind einfach weggeschmolzen“, beschreibt Eschmann die Folgen des Jahrhunderthochwassers.

Der Gewobau-Chef erzählt, dass man bereits am Samstag beim Großhändler in Ludwigshafen gewesen sei, wo man für 85 000 Euro fast das ganze Lager leergekauft habe. „Vor allem für neue Stromkästen, Werkzeug und Baustellenstrom zur Notversorgung“, zählt Eschmann auf.

Doch trotz akuter Nothilfe und Leerpumpen der Keller durch Feuerwehr und THW (Technisches Hilfswerk) waren gestern immer noch einige Objekte ohne Strom. „Dank der Unterstützung dreier Elektrobetriebe konnte unser Personal die meisten Häuser wieder ans Netz bringen. In einem Gebäude in der Tilsitstraße gab es leider einen Umweltschaden durch einen ausgelaufenen Öltank. „Der gehört einem Mieter, wir wussten gar nichts davon“, sagt Eschmann. „Hier konnten wir das verunreinigte Wasser, insgesamt drei Tankladungen voll, nicht einfach abpumpen, sondern mussten eine Spezialfirma beauftragen.“ In dem betroffenen Haus übernimmt übrigens die Gewobau das Ausräumen der Keller. „Alles ist mit einem Ölfilm überzogen, das darf nicht auf normalem Weg entsorgt werden“, erklärt Eschmann.

Den entstandenen Gesamtschaden für die Gewobau durch das Hochwasser schätzt er auf bestimmt 200 000 bis 300 000 Euro. „Wir werden darauf sitzen bleiben, gegen Hochwasser sind wir nicht versichert“, verrät der Gewobau-Chef. Er kündigt aber bereits erste Konsequenzen an.

„Sicher können wir kommende Hochwasser nicht verhindern, aber wir können dafür sorgen, dass der Schaden zukünftig geringer ausfällt. Um gewappnet zu sein, werden wir daher in leistungsstarke Pumpen investieren und alle Häuser in den Hochwassergebieten damit ausstatten.“ In diesem Fall habe man einfach nicht genug Pumpen gehabt. „Einige sind auch ausgefallen, weil sie schon zu alt waren“, bedauert der Gewobau-Geschäftsführer.

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