Gewobau-Mietgeschäft brummt

So gut wie 2015 lief das Wohnungs-Mietgeschäft für die Gewobau schon lange nicht mehr. Dazu trugen nicht nur die vielen Flüchtlinge bei, sondern auch die nur wenigen Auszüge. Die niedrigen Mietpreise seien finanziell auch eine große Hilfe für die Stadtverwaltung.

Ungewöhnlich viele Neuvermietungen, ungewöhnlich wenige Kündigungen - die Zweibrücker Gewobau ist mit dem Geschäftsjahr 2015 sehr zufrieden. Und offensichtlich auch der Stadtrat, denn er hat den Jahresabschluss der städtischen "Gesellschaft für Wohnen und Bauen" einstimmig und diskussionslos gebilligt.

Im schriftlich vorgelegten Lagebericht der Gewobau heißt es zum Vermietungsstand ihrer 3074 Wohnungen , der "Zustrom an Flüchtlingen nach Zweibrücken " habe sich "deutlich bemerkbar" gemacht. 367 Wohnungen seien vergangenes Jahr neu vermietet worden (davon 32 an Flüchtlinge ), während nur aus 319 Wohnungen Mieter ausgezogen seien. Seit dem Jahr 2009 sei dies die zweitniedrigste Auszugs- und die zweithöchste Einzugs-Zahl in Zweibrücken . Die Leerstandsquote betrage damit nur noch 6,5 Prozent - die Hälfte davon betreffe (noch nicht sanierte) Konversionsobjekte in der Canada-Siedlung.

Vor allem aufgrund Investitionen in gewerbliche Vermietung werden die Mieteinnahmen mit voraussichtlich 11,8 Millionen Euro in 2016 um mehr als 50 Prozent über dem Stand von vor 15 Jahren liegen.

Bei den Wohnungen betonen die Gewobau-Geschäftsführer Werner Marx und Rolf Holzmann in ihrem Lagebericht aber ausdrücklich die günstigen Mieten bei der Gewobau: "Einen wichtigen Beitrag zu einem niedrigen Mietniveau in Zweibrücken leistet die Gesellschaft durch ihr günstiges Wohnungsangebot (knapp über 4 €/m{+2} Kaltmiete). Dies entlastet den Mehrheitsgesellschafter Stadt bei seinen Aufwendungen im Sozialbereich (Kosten der Unterkunft). Während private Investoren in Zweibrücken aufgrund starker Nachfrage vielerorts neue mehrgeschossige Wohnhäuser bauen (wir berichteten), hat die Gewobau diesbezüglich weiterhin keine Pläne: "In Anbetracht vieler noch leerstehender Konversionswohnungen, auch in der im Jahr 2011 erworbenen Canada-Siedlung, wird die Gesellschaft im traditionellen Geschosswohnungsneubau auf absehbare Zeit nicht tätig werden." Es wäre wenig sinnvoll, "dadurch die Konkurrenzsituation für die vorhandenen Wohnungen noch zu verschärfen".

Stattdessen setzt die Gewobau ihre Strategie fort, in ihre vorhandenen Wohnungen zu investieren, um sie für Mieter attraktiver zu machen. Schwerpunkte sind dabei Badmodernisierungen und vor allem energetische Sanierungen wie Wärmedämmung oder modernere Heizungsanlagen. Damit soll auch der Gefahr steigender Energiepreise begegnet werden.

Die Gewobau plant aber auch, "Maßnahmen zu treffen, um eine größere Zahl von Wohnungen zumindest barrierearm zu gestalten". Strategisches Ziel der Gewobau "ist vorübergehend eine Konsolidierung nach deutlichem Wachstum". Denn die begonnenen Projekte, "insbesondere der Hotelkomplex Fasanerie und das Freizeitgelände an der Schließ, werden noch erhebliche Investitionen erfordern, die mittelfristig auch die Jahresergebnisse beeinflussen können".

Zudem wolle die Gewobau auch künftig für neue Aufgaben gewappnet sein, "zum Beispiel wenn wichtige Gebäude oder Flächen innerhalb der Stadt ihre Funktion verlieren und zu verkommen drohen", schrieben Holzmann und Marx.

Der Jahresüberschuss schwanke - vor allem abhängig von aktuellen Sonder-Investitionen wie in die Fasanerie - immer im Bereich zwischen 800 000 und 1,5 Millionen Euro , erläuterte Holzmann dem Stadtrat. 2015 lag der Überschuss bei 839 000 Euro, 2014 waren es noch 1,2 Millionen. Dieses Jahr werden es bis zu 1,7 Millionen Euro , für 2017 erwartet die Gewobau 1,4 Millionen Euro Überschuss.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die größten Investitionen im Jahr 2017 plant die Gewobau für den Neubau in der Hauptstraße 8, das ist die Ansiedlung von Netto-Markt und Gewobau-Zentrale in der Ex-Passage Schreiner (einschließlich Pfahlgründung 3,0 Millionen Euro netto), des Netto-Marktes in der Canada-Siedlung (2,2 Millionen Euro , Wohnungs-Modernisierungen (insgesamt 1,5 Millionen Euro ) sowie weitere Investitionen in die Fasanerie (865 000 Euro). Die geplanten Wohnungs-Modernisierungen betreffen folgende Gebäude (Rang nach Investitionssumme): Europaring 8-12, Sauerbruchstraße 56-60, Tilsitstraße 13-17, Kreuzberg-Gebäude 4003, Liebigstraße 6-14, Billrothstraße 12, Zeilbäumerstraße 16 und 16 a. lf