Gestärkt, aber auch geschrumpft

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Über diese Frage lässt sich trefflich streiten, wenn es um die Folgen der Bundeswehr-Reform für Zweibrücken geht. Am Dienstag wurde das Fallschirmjägerbataillon 263 aufgelöst, und dafür das Fallschirmjägerregiment 26 gegründet.

Das ist - wie bei dem feierlichen Umgliederungsappell im Westpfalzstadion hervorgehoben wurde - formell eine klare Aufwertung. Hinzu kommt, dass Zweibrücken verglichen mit den saarländischen Fallschirmjäger-Standorten gestärkt wurde. Eher voll wirkt das Glas auch vor dem Hintergrund, dass etliche Bundeswehr-Standorte in Deutschland komplett geschlossen werden - nicht auszudenken, was eine solche Entscheidung für Zweibrücken bewirkt hätte, eine Stadt, die bereits Konversionen nach dem Abzug der französischen, kanadischen, und US-Streitkräfte bewältigen musste und wo nach dem Aus für den kommerziellen Flugbetrieb derzeit schon die Konversion der Konversion ansteht!

Andererseits: Bei aller Freude über die Aufwertung zum Regiment darf nicht vergessen werden, dass die Zahl der Soldaten in der Niederauerbach-Kaserne von 1840 vor der Reform auf nun 1280 geschrumpft ist. Dieser Rückgang um immerhin 30 Prozent fällt für die Kaufkraft und damit den Wirtschaftsstandort Zweibrücken umso schwerer ins Gewicht, da 78 Prozent der Soldaten der Niederbauch-Kaserne aus der Region kommen.

Gezielte Reaktionen aus der Politik darauf gibt es zwar keine. Was aber kein Beinbruch ist - denn wenn die millionenschweren Hilfspakete der Landesregierung nach dem Flughafen-Aus sinnvoll eingesetzt werden, wird dies die Auswirkungen der gesunkenen Soldaten-Zahl mehr als kompensieren.

Weshalb man mit einem halb vollen Glas optimistisch auf die Zukunft der Niederauerbach-Kaserne und ganz Zweibrückens anstoßen kann.