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Geschichte des Schlosses ist wechselhaft

Geschichte des Schlosses ist wechselhaft

Im 15. Jahrhundert errichtet, erlebte das Schloss, beziehungsweise dessen Vorgänger, eine Burg, eine wechselhafte Geschichte. Für kurze Zeit wurde das Gebäude sogar als Kirche genutzt. Heute beherbergt es das Pfälzische Oberlandesgericht.

Ein Jahr nach seiner Gründung übersiedelte der königliche Appellationsgerichtshof der Pfalz, Vorläufer unseres heutigen Oberlandesgerichts, am 1. August 1816 von Kaiserslautern nach Zweibrücken in das wieder aufgebaute Herzogschloss. Seitdem sind die Geschichte von Gericht und Justizpalast eng miteinander verbunden, wenngleich die Schlossgeschichte bereits im Mittelalter begann.

Das Residenzschloss - oder besser, dessen Vorgänger, eine Burg, - errichteten die Grafen von Zweibrücken , um eine Handelsstraße zu schützen. Diese Burg Zweibrücken lag am östlichen Schenkel des Dreiecks, das heute den Schlossplatz bildet. Im 15. Jahrhundert erkoren die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken die heutige Rosenstadt zu ihrer Residenz. Während des Holländischen Krieges 1677 wurde die im 16. und 17. Jahrhundert von den Wittelsbacher Herzögen erweiterte Anlage erstmals weitgehend zerstört. In der schwedischen Zeit ließ Herzog Gustav Samuel von 1720 bis 1725 das Residenzschloss am nördlichen Schenkel des Dreiecks durch den Baumeister Jonas Erikson Sundahl in dem klaren, nordischen Barockstil errichten. Hier lebten vier regierende Herzöge: Gustav Samuel Leopold, Christian III., Christian IV. sowie Karl II. August. Der erste bayerische König, Max I. Joseph, verbrachte im Schloss zeitweise seine Jugendjahre. Am 3. Mai 1793 von revolutionären Truppen geplündert, blieb es für 25 Jahre Ruine.

Nach Beendigung der französischen Herrschaft wurde das ruinierte Gebäude umgebaut. 1817 erlaubte König Maximilian I. der katholischen Gemeinde, aus der Ruine eine Kirche zu erbauen. 1820 wurde die "Maximilianskirche" mit dem Kirchenschiff im Mittelteil geweiht. 1866 wurde das Gebäude vom bayerischen Staat übernommen, der es zur Aufnahme der Zweibrücker Gerichte bestimmte. Der für die Kirche erbaute Glockenturm wurde wieder abgetragen. Ab 1869 wurde der Bau als Justizpalast genutzt. 1945 kam es infolge des Kriegsbombardements zur abermaligen Zerstörung des Schlosses. Von 1960 bis 64 wurde es nach Originalplänen von Sundahl wieder aufgebaut. Als größter barocker Profanbau der Pfalz beherbergt es seit 1965 das Pfälzische Oberlandesgericht sowie die Generalstaatsanwaltschaft.