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Gernot Waldner sauer: „Wanderer“ gehört zur Tschifflik!

Gernot Waldner sauer: „Wanderer“ gehört zur Tschifflik!

Gernot Waldner ärgert sich über den Standort seines Kunstwerks „Der Wanderer“ im Wildrosengarten. Für ihn verliert die Skulptur in Erinnerung an Stanislaus Leszczynski am neuen Platz ihren Sinn. Für die Stadt ist es dagegen ein geeigneter Standort.

"Damit verliert die Plastik ihren Sinn. Das Kunstwerk wird zerstört", empört sich Gernot Waldner über den Standort der von ihm geschaffenen Skulptur "Der Wanderer". Die Plastik erinnere an den polnischen König Stanislaus Leszczynski und dessen Lebensgeschichte. "Der Ort und die Plastik bilden eine Einheit. Deshalb muss sie in die Tschifflik-Anlage. Und der Wildrosengarten gehörte nicht zur historischen Tschifflik."

Nach Ansicht der Stadtverwaltung eigne sich der neu gewählte Platz für die Skulptur, sagt Stadtsprecher Heinz Braun auf Nachfrage. Auch der Denkmalschutz sei mit dem Platz einverstanden. 2008 wurde die Figur vor der Giebelfront des großen Saals der Fasanerie aufgestellt. Wie Waldner sagte, sei dieser Platz in Gesprächen unter anderem mit der Denkmalpflege und dem damaligen Bürgermeister Heinz Heller als "Kompromiss" gefunden worden, wie ein Protokoll mit Skizze belegt. Auch in der Vollzugsverfügung vom 11. September 2008 und im Schenkungsvertrag aus dem Februar 2010 wird der Standort erwähnt.

Allerdings ist dabei nicht erwähnt, dass der Wanderer nur an dem Platz stehen muss, bestätigt auch Waldner. Für ihn habe sich das aus der Beschreibung des Kunstwerks, wozu auch der Standort gehört, ergeben. Im Zuge der Erweiterung des großen Saals in der Fasanerie war die Skulptur 2013 unter einen Baum beim ehemaligen Biergarten der Fasanerie versetzt worden (wir berichteten). Nach einer Anfrage im Zweibrücker Stadtrat von Wolfgang Ohler (SPD ) hatte Stadtsprecher Heinz Braun mitgeteilt, dass die Plastik im Wildrosengarten auf der Straßenseite gegenüber der Fasanerie aufgestellt werden soll.

Ohler hat einen Text für den Sandsteinsockel verfasst. Er ist mit dem gewählten Standort im Wildrosengarten einverstanden. Zumal es in seinem Text unter anderem heißt: "Nun lebt er im barmherzigen Exil an der mathematischen Grenze des Wildrosengartens." Waldner befürchtet, dass die Plastik im Wildrosengarten zwischen Sträuchern und Bäumen "vergammelt und in Vergessenheit gerät". Deshalb fordert der Künstler, dass das Werk, das ohne seine Einwilligung versetzt worden sei, wieder auf den 2008 geeinigten Standort zurückkommt. Auch wenn die Skulptur inzwischen der Stadt gehört.