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Gemeinderat Lambsborn: Kindergarten schließt halbe Stunde früher

Klare Mehrheit trotz Erregung im Rat : Lambsborn verkürzt die Kita-Öffnungszeit

Dies sorgte im Rat für heftige Diskussionen. Am Ende gab es aber eine klare Mehrheit. Außerdem wurden mehrere Aufträge vergeben.

Parallel zum Inkrafttreten des neuen rheinland-pfälzischen Kita-Gesetzes zum 1. Juli hat der Ortsgemeinderat die Lambsborner Kindergartenordnung geändert. Dabei entzündete sich am Punkt „Öffnungszeiten“ ein Disput, der Ortsbürgermeister Rudi Molter, sonst eher besonnen, fast den Kragen platzen ließ.

Auslöser dafür war der Standpunkt des Ratsmitgliedes Markus Schwarz. Schwarz sieht in der Zurücksetzung der Schließzeit von 16 Uhr auf 15.30 Uhr eine Benachteiligung von Eltern. Die nämlich seien dazu nicht gefragt worden. Bürgermeister Molter entgegnete vehement: „Das ist schriftlich geschehen und niemand hat widersprochen, auch Du nicht!“

Das neue Kita-Gesetz bringt zwar Vorteile bei der Kinderbetreuung – aber auch den Kommunen teils auch mehr Personalkosten. Doch in Lambsborn wird der Personalbedarf künftig sogar niedriger, weil die Öffnungszeit um eine halbe Stunde reduziert werden konnten, argumentierte Molter mit dem Ergebnis der von ihm selbst durchgeführten schriftlichen Elternbefragung. 

Geöffnet ist die gemeindliche Einrichtung für Ganztagskindergartenkinder nun künftig nur noch von 7 Uhr bis 15.30 Uhr. Für Kinder, die nur am Vormittag den Kindergarten aufsuchen, endet die Zeit um 14 Uhr.

Dass Molter und alle Ratsmitglieder grundsätzlich voll und ganz zum Kindergarten in Lambsborn stehen, ist an diesem Abend nicht allein durch Auftragsvergaben für Modernisierungsarbeiten und die Schaffung eines neuen Gruppenraumes deutlich zum Ausdruck gekommen.

Molter sagte: „Wenn Fremde sich in Lambsborn ein Grundstück oder eine Mietwohnung suchen und wir können auf den Kindergarten verweisen, dann ist das schon die halbe Miete. Kinder sind unsere Zukunft. Wir investieren viel Geld in den Kindergarten. An der Fluktuation hinsichtlich der Schwankungen bei der Belegzahl, kann die Gemeinde nichts ändern. Das hängt einfach vom Zuzug und Wegzug von Familien mit Kindern ab, das hängt auch mit dem Wechsel der Kinder zu den Grundschulen ab. Tatsache ist und bleibt, dass wir sehr vertrauensvoll in Lambsborn  mit der Verwaltung und dem verantwortlichen Jugendamt beim Landkreis zusammenarbeiten. Wir werden von dort sogar genau überwacht, was beispielsweise die Zahl der aufzunehmenden Kinder angeht!“

Die Darlegungen des Ortsbürgermeisters untermauerte Verwaltungsvertreterin Fabienne Rauch, sie ist verantwortlich für die Kindergärten in Lambsborn und Martinshöhe.

Doch Ratsmitglied Markus Schwarz insistierte weiter hinsichtlich der Öffnungszeit. Sie seien durch ein „Hintertürchen“ gekürzt worden. Rudi Molter meinte dazu kurz und knapp. „Dann hättest Du bei mir vorsprechen sollen, wie andere Eltern das auch tun.“ Ratsmitglied Roger Rauch ließ vor allem nicht gelten, dass auf dem Befragungszettel wohl verschiedene Vorschläge gestanden hätten – nicht aber über 15.30 Uhr hinaus.

Mit einer Gegenstimme sprach sich das Gremium dann doch allerdings für die neue Kita-Ordnung aus.

Zuvor vergaben die Ratsmitglieder Bauaufträge, mit denen die Einrichtung modernisiert und ein neuer Gruppenraum im bestehenden Kindergarten geschaffen wird. Durch den Einbau einer neue Heizung konnte der Heizöllagerraum entfallen. Dort gibt es jetzt einen Gruppenraum. Die Maurerarbeiten führt das Unternehmen Burgard aus Homburg zum Angebotspreis von gut 13 000 Euro aus. An dieses Unternehmen gingen auch die Deckenarbeiten für rund 4405 Euro. Für 11 000 Euro liefert die Firma Dick aus Theisbergstegen neue Fenster. Die Bodenbelagsarbeiten erledigt das Unternehmen Zwing aus Martinshöhe für 4900 Euro.

Um die Verwaltungsarbeit im eigenen Haus und mit der Landkreisverwaltung Kaiserslautern besser koordinieren zu können, soll es einen neu Software „kitaplus“ geben. Fabienne Rauch gab dazu fachliche Erläuterungen.

Die Gemeindestraße beim neuen Feuerwehrgerätehaus wurde gewidmet. Und an Kernplan aus Bingen ging der Auftrag zum Erstellen des Dorferneuerungskonzeptes. Lambsborn ist als Schwerpunktgemeinde vom Land anerkannt.