Gelungenes Heimspiel

Vom Hofenfels-Gymnasium auf die große Bühne und wieder zurück – wenn auch nur zu Besuch: Thorsten Engels begeisterte beim Konzert mit seiner A-capella-Band Delta Q in Zweibrücken.

Eine gut besetzte Aula, viel Applaus und eine ganz besondere Rückkehr - da war schon einiges geboten beim Gastspiel der A-capella-Gruppe Delta Q im Hofenfels-Gymnasium am Freitagabend. Auf über 400 Zuhörer schätzte Matthias Wolf den Besuch. Der Musiklehrer des Hofenfels war verantwortlich für das Zustandekommen des tollen Abends, und das geschah so: Als er im letzten Jahr das Kabarettfestival St. Ingberter Pfanne besuchte und dort begeistert dem Vortrag von Delta Q lauschte, habe seine Frau ihn angetippt und gemeint: "Das ist doch der Thorsten!". Erst da habe Wolf realisiert, dass einer der vier Sänger tatsächlich ein ehemaliger Schüler von ihm war, nämlich Thorsten Engels aus Herschberg. Dem umtriebigen Pädagogen war daraufhin sofort klar, dass er unbedingt ein "Heimspiel" an Engels' alter Schule organisieren muss.

Die Früchte seiner guten Idee konnte Wolf, der in seiner Ansage diese schöne Geschichte erzählte, dann wohlverdient ernten. Denn die Berliner Gesangstruppe bot einen unglaublich vielseitigen und humorvollen Auftritt. Anfangs sei er doch sehr nervös geworden, erzählte Engels im Nachhinein, zumal er sich in denselben Räumen einsang, in denen er einst schon Lampenfieber vor Schulaufführungen gehabt hatte. Auf der Bühne war ihm das aber nicht anzumerken. Herrlich, wie seine Bandkollegen ratlos im Hintergrund auf ihn blickten, als er Ansagen im tiefsten Pfälzisch machte.

Mit dem Rihanna-Hit "Diamonds" startete das Programm, später folgten mit "Running with the Wolves" und "Chandelier" weitere Songs aus den Charts, immer im besonders ausgeklügelten Arrangement von Delta Q. Daneben gab es Spaßlieder wie etwa jenes über den Freund, der immer alles schon vorher kannte oder wusste und sich letztlich als das Plusquamperfekt entpuppte. Oder darüber, dass Thorsten Engels so oft mit Otto Waalkes verwechselt wurde - wohl auch deswegen, wie er hinterher sagte, weil er den Ostfriesen auch gerne und ausgiebig imitiert habe. Als lustige Wendung zum Ende des Songs beschrieb Engels, wie er sich den markanten Schnurrbart stehen ließ - und schon hätte jeder gesagt, er sähe aus wie Johnny Depp . Das war aber auch nur die halbe Wahrheit, denn wenn er schon einem Hollywoodstar ähnelte, dann Sean Penn .

Rasant gestalteten sich die Themen-Medleys: Hier handelten die vier Sänger zunächst in schneller Folge Songs mit einer Farbe im Titel ab: Ideals "Blaue Augen" gab es da ebenso wie Heinos "Blauen Enzian" oder "Paint It Black" von den Rolling Stones, immer wieder unterbrochen vom Refrain von "Yellow Submarine". Das wiederholte sich später im Programm mit Zahlen: Vom Gassenhauer "1000 mal berührt" wurde quasi runtergezählt über Nenas "99 Luftballons", Udo Jürgens ' "17 Jahr, blondes Haar" und "Take Five" bis zu Robbie Williams ' "She's the One". Und weil diese Medleys so viele Titel in kurzer Zeit gekonnt abhandelten, machten Delta Q das noch ein drittes Mal, nämlich mit beliebten Songs aus dem Fernsehen.

Peter Habermehl aus der Nähe von Pirmasens hörte die Band als echter Fan schon zum vierten Mal: "Es ist immer wieder faszinierend, wie sie diese Einheit zusammenbekommen - einfach toll", lautete sein Urteil. "Ganz hervorragend. Ein wunderbares Konzert, wie ich es schon lange nicht mehr gehört habe", stimmte Bettina Stein-Bayet aus Engels' Heimatort Herschberg ins Loblied ein. Und die ehemalige Hofenfels-Schülerin Janna Pick aus Krähenberg meinte: "Ich mag A-capella-Bands ganz besonders, zum Beispiel auch Maybebop. Delta Q kannte ich noch nicht, deswegen bin ich jetzt besonders positiv überrascht."