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Gelbe Bänder an Obstbäumen in Zweibrücken

ZW vernetzt : Wilde Obstbäume: Gelbe Bänder bedeuten „Frei zum Pflücken“

Damit das Obst nicht auf den Bäumen verrottet, wurde die Aktion „Gelbes Band“ jetzt auch in Zweibrücken eingeführt.

Zweibrücken „Iss mich!“ flüstern die köstlichen reifen Früchte an einer Vielzahl von wilden Obstbäumen in öffentlichen Anlagen oder am Straßenrand. Doch wenige Menschen hören diese Bitte oder fühlen sich wie die Goldmarie, die sie erfüllt. Wer es gerne tun würde, stellt sich die Frage: „Darf ich das überhaupt oder ist das etwa Diebstahl?“

Oft sind Verunsicherung und Halbwissen im Umgang mit den Flächen der Grund dafür, dass jedes Jahr in der Erntesaison Unmengen von Obst auf Streuobstwiesen verrotten. Dabei ist dieses heimische Obst, das nicht von weit weg und mit viel Verpackung zu uns transportiert werden muss, ja eigentlich viel zu wertvoll, um es ungenutzt verfaulen zu lassen.

Hier setzt die Aktion „Gelbes Band“ an, die jetzt über die Initiative „ZW vernetzt“ auch die Rosenstadt erreicht hat. Da es für die Bäume besser ist, wenn sie abgeerntet werden, haben Stadt und UBZ bereitwillig zugestimmt, dass alle Zweibrückerinnen und Zweibrücker an den markierten Bäumen nun selbst ernten dürfen. Zufrieden bindet der Initiator von „ZW vernetzt“, Stefan Paul, ein gelbes Band um den letzten Apfelbaum im Wildrosengarten. Er erklärt: „Ein gelbes Band am Stamm eines Obstbaums signalisiert, dass das Obst dieses Baumes gratis und ohne Rücksprache geerntet werden darf.“

Diese Aktion läuft deutschlandweit schon in vielen Kommunen, zum Beispiel auch im benachbarten Pirmasens, mit großem Erfolg. An insgesamt neun Standorten, die von der Stadtverwaltung und dem UBZ frei gegeben wurden, haben die engagierten Helfer von „Zw vernetzt“ jetzt vorwiegend Apfel- und Birnenbäume markiert.

Gelbe Bänder erhalten haben neben den Bäumen im Wildrosengarten auch Bäume an drei Standorten rund ums Beckerswäldchen, in Oberauerbach auf der städtischen Ausgleichsfläche in der Gemarkung „Auf dem Tempel“ an der Straße nach Contwig, an der Amerikastraße von der Hochschule in Richtung Mörsbach, an der Verbindung von Niederauerbach zur L 465 kurz vor der Zusammenführung in Richtung Heilbachtal sowie zwei Stellen in Rimschweiler, einmal am Radweg und einmal in den Wiesenplätzen. „Fünf weitere Standorte werden wir kurzfristig noch markieren“, informiert Stefan Paul.

Dabei wünscht er sich, dass sich an dieser „genialen Aktion“, die mit einem Bundespreis ausgezeichnet wurde, neben den öffentlichen Eigentümern auch Privatpersonen mit ihren Streuobstwiesen beteiligen. Er erinnert an Selbstverständlichkeiten: „Es dürfen nur die markierten Bäume abgeerntet werden und das Umfeld darf nicht beschädigt werden.“ Daher müssen die Bäume im Wildrosengarten auch „zu Fuß“ abgeerntet werden, da dieser mit dem Auto nicht befahren werden darf. Und noch etwas betont er: „Jeder, der Obst am Baum mit gelbem Schleifchen erntet, tut dies auf eigene Gefahr!“

Vorsicht sei besonders bei den Bäumen an der viel befahrenen Amerikastraße geboten. Stefan Paul weiß: „Selbst, wenn diese Aktion für dieses Jahr erst recht spät startet, ist es doch ein guter Anfang, auf dem wir im nächsten Jahr aufbauen können.“ Auf der Homepage www.zw-vernetzt.de ist unter dem Artikel über die „Iss-mich-Bäume“ auch eine Karte mit den Standorten und dort wieder eine Fotogalerie mit Bildern von den bereits markierten Bäumen hinterlegt. Stefan Paul verspricht: „Wir werden in den nächsten Tagen noch viele weitere Bäume markieren und die Fotogalerie dann Stück für Stück ergänzen.“ Wer Bäume anbieten oder bei der Markierung helfen möchte, findet die Kontaktdaten ebenfalls auf der Homepage.