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Geheimniskrämerei um geschasste Sicherheitsleute in Flüchtlingsheimen

Geheimniskrämerei um geschasste Sicherheitsleute in Flüchtlingsheimen

Wie viele Sicherheitsleute in den beiden Flüchtlingsunterkünften am Zweibrücker Flugplatz sind von der landesweiten Säuberungswelle betroffen? Die zuständige Landesbehörde verweigerte gestern die Antwort auf diese Frage.

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hatte vorgestern Abend bekanntgegeben, dass nach einer Prüfung des Personals in den rheinland-pfälzischen Erstaufnahmeeinrichtungen von knapp 1300 privaten Sicherheitsleuten ab sofort 76 dort nicht mehr arbeiten dürfen (wir berichteten). Eine Überprüfung des Personals durch das Landeskriminalamt habe bei sechs Sicherheitsleuten rechtsextreme Delikte zutage gefördert (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen). Bei den übrigen 70 Mitarbeitern seien etwa Gewalt-, Sexual- oder Drogendelikte entdeckt worden.

Auf Merkur-Nachfrage sagte die ADD-Pressestelle, sie könne Auskünfte, wie viele Betroffene es wo gibt, "logistisch nicht leisten". Der Merkur rief deshalb bei Jürgen Buchholz an, bis gestern Leiter der Erstaufnahme im Airport. Er durfte aber nicht antworten: "Die ADD behält sich bei dieser Frage die Pressearbeit vor."

Die ADD begründete auf erneute Nachfrage das Schweigen mit Gleichbehandlung: Ein halbes Dutzend Medien habe solche Anfragen gestellt. Zudem habe nicht jeder der (von der ADD eingesetzten) Leiter alle Infos, warum welche Security-Kraft gehe.

Die ADD verriet auch nicht, ob es Unterkünfte mit besonders vielen Betroffenen gibt.