Gefangen in den Altverträgen

Die Müllentsorgung in Zweibrücken und dem Kreis wird immer teurer. Grund sind Verträge, die vor Jahrzehnten geschlossen wurden. Ein Ausstieg scheint unmöglich.

Hilft dem Zweckverband Abfallverwertung Südwestpfalz (Zas) nur noch das vorzeitige Ende? Die Option einer Auflösung vor 2024 kursierte bereits im vergangenen Frühjahr. UBZ-Chef Werner Boßlet - der UBZ stellt für Zweibrücken drei Vertreter in der Zas-Verbandsversammlung - bestätigt, dass darüber nachgedacht worden sei, den Fehrbacher Müllofen abzureißen und den Abfall sonst wo zu verbrennen. Boßlet: "Sicher würde es sich für andere Firmen positiv auswirken, wenn unsere 180 000 Tonnen Verbrennungskapazität vom Markt genommen würden." Die Idee dahinter: Die Müllverbrenner, die davon profitierten, weil sie höhere Einnahmen durch Extramüll hätten, würden sich an den Kosten für die Schließung des Pirmasenser Müllheizkraftwerks beteiligen. Zas-Geschäftsführer Norbert Schnauber will auf Merkur-Anfrage noch nicht sagen, ob diese Option gezogen wird: "Wir sind dabei, das zu prüfen und mit Geschäftspartnern wie Betreiber und Betriebsführer abzuklären." Im letzten Sommer habe der Zas ein Gutachten erarbeiten lassen, um zu entscheiden, wie es mit dem Abfallverband und der Müllverbrennung in Fehrbach weitergeht (wir berichteten). Dieses beinhalte neben der erwähnten Zas-Auflösung noch andere "Ansätze, die Situation zu verbessern" (Schnauber). Im Laufe des Jahres soll klar sein, wohin der Weg führt. Ob man erreichen kann, dass 2016 in Zweibrücken die Müllabfuhrpreise wegen weiter steigender Verbrennungspreise doch nicht angehoben werden müssen, will er nicht sagen: "Das ist zu spekulativ. Die Verbrennungskosten sind ein wesentlicher Teil der Gebührenkalkulation, aber nicht der einzige."