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Gedrucktes Buch ist weiter gefragt

Gedrucktes Buch ist weiter gefragt

Einen Rückgang bei der Zahl der jungen Leser macht die Leiterin der Zweibrücker Stadtbücherei, Roswitha Christian, aus. Allerdings werden Kinder- und Jugendbücher immer noch am stärksten nachgefragt. Die Literaturliebhaber schätzen weiterhin das gedruckte Buch.

"Eine handvoll Worte" von Jojo Moyes und "Krähenmädchen" von Erika A. Sund bei den Romanen, "Darm mit Charme" von Giulia Enders und der "Abi-Countdown Chemie" bei den Sachbüchern sowie wie bereits seit zehn Jahren "Gregs Tagebücher" bei den Kinder- und Jugendbüchern waren nach der Auswertung der Leiterin Roswitha Christian im vergangenen Jahr die "Ausleihrenner" der Zweibrücker Stadtbücherei.

"Bibliotheken sind viel mehr als reine Büchersammelstellen", hob Christian bei der Vorstellung des Jahresberichts der Stadtbücherei vor dem Zweibrücker Kulturausschuss hervor. So sei die Bibliothek mit der Teilnahme an der "Onleihe" des Landes ihrem Auftrag als kommunale Bildungs- und Kultureinrichtung gerecht geworden. Durchschnittlich 90 Mitglieder der Stadtbücherei haben 2015 monatlich das Online-Angebot genutzt.

Doch die Literaturliebhaber schätzten weiterhin das gedruckte Buch. Das zeigen die Ausleihzahlen. Insgesamt 117 482 Bücher, Hörbücher, Zeitschriften oder CDs wurden im vergangenen Jahr ausgeliehen. Der Ausleihanteil der Onleihe betrug nach Angaben Christians 5,2 Prozent (6174 Ausleihen). "Der E-Book-Hype ist fast schon vorbei", sagte die Leiterin der Bücherei. Die Onleihe sei eine Ergänzung des Angebots.

Mit über 33 000 werden Kinder- und Jugendbücher am stärksten nachgefragt. Ein wenig dahinter rangieren die belletristischen Bücher. Sachbücher und Hörbücher folgen mit rund 18 000.

Die Zahl der aktiven Leser ist mit rund 1900 fast gleich geblieben. Wobei Christian einen Rückgang bei den Kindern und Jugendlichen feststellte. Gleichzeitig nahm die Zahl der Ausleiher bei den über 60-Jährigen zu. Mehr als 28 000 Menschen haben 2015 die Stadtbücherei besucht.

Doch nicht nur das Medienangebot führe die Menschen in die Stadtbücherei. "Zu den 45 unterschiedlichen Veranstaltungen sind über 1800 Besucher gekommen", sagte Christian. Mit den "Geschichten auf dem Sofa" habe die Jugendbücherei eine neue Reihe gestartet, bei der Ute Neumüller und Ulrike Emrich Kindern ab vier Jahren alle zwei Wochen vorlesen. Zu den erfolgreichen Veranstaltungen gehört seit Jahren der Lesesommer. Im vergangenen Jahr machten über 200 junge Menschen dabei mit.

Die Stadtbücherei leistet auch einen Beitrag in der Flüchtlingsarbeit. So wurden zwei Kollegen der Jugendbücherei Flüchtlingskindern aus Bilderbüchern vorlesen. Weiter werde eine Bücherkiste mit fremdsprachiger Literatur in Arabisch und Persisch für die Lern- und Spielstuben zusammengestellt.

Wolfgang Ohler (SPD ) kündigte später in der Sitzung die Einrichtung eines "öffentlichen Bücherschranks" an. Passanten können sich aus dem Schrank Bücher ausleihen und auch andere reinstellen. Organisiert werde das Projekt vom City-Management, den zwei Buchhandlungen und dem Echo Verlag. "So etwas gibt es schon an anderen Orten." Der Bücherschrank sei keine Konkurrenz zur Stadtbücherei, fügte Ohler mit einem Schmunzeln hinzu.