Zweibrücken/Pirmasens Sparkasse Südwestpfalz erhöht ab 1. März Kontogebühren

Zweibrücken/Pirmasens · Privatkunden zahlen etwas mehr für Grundpreis und einzelne Buchungen – und eine neue Gebühr für die Karte. Trotzdem sei man weiter relativ günstig.

Ab März 2023 müsse auch Kunden der Sparkasse Südwestpfalz eine kleine Gebühr (8 Cent) zahlen, wenn sie in Geschäften mit der Sparkassen-Card zahlen (Symbolbild).

Ab März 2023 müsse auch Kunden der Sparkasse Südwestpfalz eine kleine Gebühr (8 Cent) zahlen, wenn sie in Geschäften mit der Sparkassen-Card zahlen (Symbolbild).

Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Die Sparkasse Südwestpfalz hebt zum 1. März die Preise für die privaten Girokonten an. Die letzte Preiserhöhung liege bereits drei Jahre zurück, erklärt das vom Landkreis Südwestpfalz und der Stadt Zweibrücken getragene Geldinstitut: Weil sich seitdem die Kostenstruktur stark verändert hat, sei die erneute Anpassung der Kontogebühren unumgänglich.

Der monatliche Grundpreis für die 70 000 Privat-Girokonten erhöht sich um 40 Cent auf 6,90 Euro.

Einen Rabatt, wenn das Konto online geführt wird, gibt es weiterhin, dieser Rabatt wird aber von 1,50 auf 1,00 Euro gesenkt. Unverändert bleibt der zusätzliche Rabatt von einem Euro, wenn man statt Kontoauszugsdrucker das Online-Postfach wählt. Bei Nutzung beider digitaler Angebote beträgt der neue Grundpreis also 4,90 Euro.

Zum monatlichen Grundpreis kommen die nutzungsabhängigen Kosten für verschiedene Buchungsposten hinzu: Bei bestimmten Positionen (wie Lastschrifteinzug) wird eine Preisanpassung fünf auf acht Cent vorgenommen. Die Servicepauschale für eine (selten genutzte) Echtzeitüberweisung erhöht sich um sechs Cent auf 16 Cent.

Sparkassen-Card kostet jährlich zwölf Euro: Neu sind der Preis von einem Euro monatlich für die Sparkassen-Card, Gebühren für die telefonische Überweisung (die analog der Überweisung am Selbstbedienungsterminal künftig 50 Cent kostet) und der Preis von acht Cent für Kartenzahlungen. Im Vergleich zu allen anderen Banken vor Ort gehöre die Sparkasse zu einem der wenigen Institute, die bislang auf die Bepreisung der Debitkarte – der Sparkassen-Card – und der Kartenzahlungen verzichtet habe. Mit den steigenden Kosten, auch im Hinblick auf die Dienstleistungen des Rechenzentrums, werde dieser Schritt notwendig, erklärt die Sparkasse Südwestpfalz.

„Unsere letzte Preisanpassung für alle Privat-Girokunden haben wir vor drei Jahren vorgenommen. Damals wurde lediglich der monatliche Grundpreis um zwei Euro erhöht. Alle anderen Preise sind lange Zeit nicht angepasst worden“, erinnert der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Südwestpfalz, Peter Kuntz: „Wir haben uns bewusst gegen die Einführung eines Pauschalpreismodells ausgesprochen, da wir der Meinung sind, dass unsere Kunden auch nur die Leistungen zahlen sollten, die sie für sich beanspruchen.“ 

Blick auf Konkurrenz: Der durchschnittliche Monatspreis liegt laut Sparkasse auch nach der Erhöhung weit unter den Preisen, die viele andere Banken in der Region für Pauschalpreismodelle erhöben. Viele Banken hätten ihre Preise bereits in den vergangenen drei Jahren teils deutlich erhöht oder einzelne Dienstleistungen über Filialen gleich ganz eingestellt, so Kuntz: „Diesen Weg gehen wir bewusst nicht. Wir sind auch in Zukunft mit einem umfassenden Produkt- und Dienstleistungsangebot zu fairen Preisen für unsere Kunden da.“

Viel Service: Neben wirtschaftlichen Aspekten spielen auch die Beratungs- und Serviceleistungen bei der Preisanpassung eine Rolle. Mit ihren zehn Geschäftsstellen, einem digitalen Beratungscenter, einer mobilen Geschäftsstelle und 21 Selbstbedienungsfilialen stelle die Sparkasse ein breitgefächertes Angebot an Beratungs- und Serviceleistungen in der Region zur Verfügung. Sie investiere fortwährend auch in ihre Selbstbedienungsinfrastruktur.

Das Girokonto bei der Sparkasse sei auch mit vielen weiteren Serviceleistungen verknüpft, betont Kuntz: Seit fast drei Jahren können sich Sparkassen-Kunden bei allen Partnern der Sparkassen-Vorteilswelt Einkaufsvorteile sichern. Auch beim Bezahlen gab es Neuerungen wie die Einführung von Apple Pay, der Android-App und der App „Mobiles Bezahlen“.

Ohne Zustimmung wird Girokonto gelöscht: Die Sparkasse informiert ihre Kunden schriftlich über die Änderungen und holt ihre Zustimmung hierfür ein. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 27. April 2021 wurde die bisherige Praxis, dass Schweigen als Zustimmung gilt, wenn nicht innerhalb von zwei Monaten widersprochen wurde, aufgehoben. Daher ist jetzt eine aktive Zustimmung zu den neuen Preisen notwendig. Die Sparkasse bittet ihre Kunden darum, diese Zustimmung zeitnah, spätestens jedoch bis zum 28. Februar, vorzunehmen. Falls die Zustimmung bis zu diesem Datum nicht vorliegt, wird der Kunde darüber informiert, dass eine Fortführung des Privat-Girokontos auf der bisherigen Basis nicht möglich ist.

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