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Gasttrompeter und regionale Musiktalente

Gasttrompeter und regionale Musiktalente

Am kommenden Sonntag wird es ein ganz besonderes Konzert in der Alexanderskirche geben. Das Geheimnis liegt in der Zusammenstellung der teilnehmenden Akteure, denen mit Reinhold Friedrich ein weltbekannter Trompeter angehört.

Gesungenes Leben - gelungenes Leben. Darum dreht es sich bei dem außergewöhnlichen Konzert, das am Sonntag, 20. März, um 18 Uhr in der Alexanderskirche stattfindet. Das Einmalige daran ist die Besetzung, mit der das Konzert aufwarten kann.

Initiator und Chorleiter Helmut Hofmann ist es nämlich gelungen, mit Reinhold Friedrich einen der weltbesten Trompeter zu gewinnen.

Friedrich, Musikprofessor in Karlsruhe, ist nicht nur ein Musiker, der auf Podien rund um den Globus musizierte, sondern auch ein gefragter Meisterkursdozent weltweit. Außerdem ist er Honorarprofessor an der Royal Academy of Music in London, der Sibelius-Akademie Helsinki sowie in Hiroshima/Japan.

Diesen verbindet eine bald 35-jährige Freundschaft mit Helmut Hofmann. Im Jahr 1982 lernte der ganz junge Trompeter im Saarland den Kirkeler Helmut Hofmann als Chorleiter bei Georg Friedrich Händels "Messias" kennen und schätzen. Solistin war damals die berühmte Zweibrücker Sängerin und ehemalige Präsidentin des Bundes deutscher Gesangslehrer, Charlotte Lehmann. Als Helmut Hofmanns Lehrmeisterin ist sie nach wie vor eng mit ihm und ihrer Heimat verbunden. Friedrich nun wird den Choral "Jauchzet dem Herrn alle Welt" von Heinrich Schütz gemeinsam mit gleich vier Chören der Region musizieren: dem Vokalensemble Saar und Kindern des Zweibrücker Kinderchores, beide unter der Leitung von Helmut Hofmann sowie dem Nachwuchs-Kammerorchester der Hochschule für Musik, Saar, Bezirkskantor Helge Schulz (Orgel), Thomas Girard (Saxophon) und der Japanerin Eriko Takezawa (Cemalo/Klavier). Friedrich hatte sich eigens für den Orchesternachwuchs ausgesprochen, um den jungen Menschen die Gelegenheit zu diesem professionellen Auftritt zu geben.

Mit den "Musikalischen Exequien" von Schütz wird ein Totengesang, quasi Vorläufer der bekannten Requien, musiziert. "Dabei geht es jedoch mit heiteren Klängen um die Rückschau auf ein erfülltes Leben", verdeutlicht Hofmann den Zusammenhang mit dem gewählten Motto.

Den Auftakt bildet das Konzert Nr. 1 von Johann Wilhelm Hertel (1727 - 1789). Der deutsche Komponist gilt als wichtiger Vertreter des "empfindsamen Stils" der Frühklassik mit besonders gefühlsbetonten, berührenden Melodien. Damit passt die Musik perfekt zu den jeweils kurzen Texten, die die Zweibrücker Schauspielerin Silvia Bervingas zwischen den einzelnen Stücken rezitiert. Sie beleuchten auf heitere Weise die einzelnen Stationen eines (gelungenen) Lebens von der Wiege bis zur Bahre.

Der Eintritt kostet 15 Euro, Karten sind über den Ticket Service der Stadt Zweibrücken erhältlich. Der Überschuss des Konzertes sowie mögliche Spenden kommen dem Chor der Zweibrücker Strafvollzugsanstalt zugute, den Hofmann selbst seit 30 Jahren leitet.