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Gastronomie in Zweibrücken sieht Lockerung eher skeptisch

Gastronomie in Zweibrücken : „Wir öffnen erst, wenn es eine gute Lösung gibt“

Die neuen „Freiheiten“ für die Gastronomie wollten den Wirten und Café-Besitzern in Zweibrücken am Montag noch nicht so richtig schmecken.

Ja, sie dürfen seit Beginn dieser Woche ihre Außenbereiche unter Beachtung strenger Vorschriften wieder öffnen. Nein, interessant ist das für die meisten nicht. Das zeigte ein Spaziergang durch die Fußgängerzone am Montagnachmittag.

In ein paar Cafés brannte Licht, dort wartete man auf Laufkundschaft für Kaffee oder Eis „to go“. Außenbestuhlung: Fehlanzeige.

So auch in Zweibrückens traditionsreichem Eiscafé Cantonati, seit 65 Jahren im Herzen der Stadt.

Tino Cabras führt das „Cantonati“ gemeinsam mit seiner Ehefrau Tiziana Rosi. Cabras sprach wohl den allermeisten Wirten aus dem Herzen, als er sagte: „Diese neuen Regelungen sind viel zu umständlich. Man muss einen aktuellen Schnelltest vorweisen können, muss einen Tisch reservieren!“

Gerade letzter Punkt ruft Unverständnis in ihm hervor. Wer reserviert denn einen Tisch, wenn er spontan mal in einer kleinen Pause einen Kaffee trinken will?

„Wir öffnen unseren Außenbereich erst, wenn es eine gute Lösung gibt“, sagte Cabras. Und überhaupt: Heute dürfe man öffnen – und müsse morgen vielleicht schon wieder schließen. Wobei er nachdenklich meinte, dass das Wetter in den nächsten Tagen ja deutlich besser werden solle. Dennoch galt für Cabras und andere Gastronomen gestern: Erst einmal abwarten – und Kaffee trinken.

Die Wirte wussten am Montagnachmittag noch nicht, dass das Rathaus ab Mittwoch mitten im Herzen der Stadt, auf dem Herzogplatz, ein Schnelltest-Center öffnen will. Das nimmt den komplizierten Auflagen immerhin einen Teil der Beschwernis

Am Wochenende hatten sich zahlreiche der Gastgeber auf Facebook zu der neuen Lockerung, geäußert. Die Kommentare waren überwiegend geprägt von Skepsis und Kritik (wir berichteten am Montag).

Immerhin kündigten einige vorsichtig an, in den nächsten Tagen eine Öffnung ins Auge zu fassen. So teilte das Café Pastis in der Max­straße auf Facebook mit, zwar sei unter den gegebenen Umständen „ein wirtschaftliches Arbeiten so gut wie unmöglich“. Allerdings wolle man am Samstag und Sonntag ab 8.30 Uhr zum Früstück öffnen, „sofern wir bis dahin noch dürfen und das Wetter mitpielt“.

Und auch die Kugelfanghütte erklärte, einen Versuch wagen zu wollen. „Wir öffnen unsere Außengastronomie ab Mittwoch“, posteten die Betreiber und verwiesen, wie auch das Café Pastis, auf die Pflicht zur Reservierung.