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Fußgängerzone: Viele Worte, keine Taten

Fußgängerzone: Viele Worte, keine Taten

Flughafen, Style Outlets, Fachhochschule: Das sind drei Beispiele dafür, dass man in Zweibrücken viel erreichen kann, wenn man ein Konzept hat und es entschlossen umsetzt. Leider liegt dieses beispielhafte Handeln etliche Jahre zurück. Seitdem wird zwar viel davon geredet, dass die Innenstadt die fünfte Säule der Konversion werden und insbesondere die Fußgängerzone aufgewertet werden müsse

Flughafen, Style Outlets, Fachhochschule: Das sind drei Beispiele dafür, dass man in Zweibrücken viel erreichen kann, wenn man ein Konzept hat und es entschlossen umsetzt. Leider liegt dieses beispielhafte Handeln etliche Jahre zurück. Seitdem wird zwar viel davon geredet, dass die Innenstadt die fünfte Säule der Konversion werden und insbesondere die Fußgängerzone aufgewertet werden müsse. Doch den Worten - seit einem Jahrzehnt sprechen Kommunalpolitiker über eine Neugestaltung der Einkaufsmeile - folgen keine Taten. Bürgermeister Heinz Heller ist Baudezernent Nummer drei, der jetzt Nägel mit Köpfen machen will. Seine Ankündigung, einen Ideenwettbewerb wenigstens für den Alexanderplatz ausloben zu wollen, ist gut. Aber nicht neu: Schon im Mai 2007 beschloss die Arbeitsgruppe Innenstadt, mittels eines Architektenwettbewerbs Vorschläge zur Neugestaltung der Fußgängerzone zu finden. Und drei Jahre (!) ist es her, dass die Arbeitsgruppe Sanierungsziele vorlegte, ohne dass diese weiter verfolgt wurden - da verliert man fast schon die Hoffnung, dass Worten irgendwann doch noch Taten folgen. Taten, die dringend erforderlich sind, wenn Zweibrücken im Wettbewerb mit anderen benachbarten Fußgängerzonen und Einkaufszentren bestehen will. Taten, die ohne Beeinträchtigungen durch Baustellen nicht möglich sind - aber Taten, die für den langfristigen Erfolg der Geschäfte unabdingbar sind, weckt doch die im Wesentlichen noch aus den siebziger Jahren stammende Gestaltung der Fußgängerzone keine Einkaufslust mehr. Das stört langjährige Zweibrücker, die sich daran gewöhnt haben, natürlich nicht - wohl aber Neubürger oder Auswärtige, die zum Shoppen kommen. Problem ist nur: Die Entscheider im Stadtrat, auch viele Ladeninhaber, sehen die Lage mit den Augen langjähriger Zweibrücker. Immer lauter werden deshalb die Stimmen, bloß nicht zu viel Geld auszugeben, bloß nicht zu viel umzugestalten. Selbst beim Alexanderplatz und dem diesen zerschneidenden Busbahnhof gab es diese Woche Plädoyers für kleine Lösungen. Solche Flickschusterei bringt Zweibrücken aber nicht voran - schon heute ist der Belag des Alexanderplatzes (immerhin das zentrale Entrée zur Fußgängerzone!) ein hässlicher Flickenteppich. Wer nach dem Abriss des Pavillons auch noch dessen Fläche provisorisch belegt statt den kompletten Platz neu zu gestalten, spart zwar kurzfristig - provoziert aber langfristig Leerstände und wegbrechende Steuereinnahmen.