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Fünf-Zentner-Bombe in der Stadt entdeckt

Fünf-Zentner-Bombe in der Stadt entdeckt

Zweibrücken. Die Haare zu Berge standen gestern den Arbeitern auf dem Gelände der früheren Stadtgärtnerei. Auf dem Areal wird ein Kindergarten gebaut (wir berichteten), die Arbeiter waren damit beschäftigt, eine Mauer einzureißen, als sie auf die Bombe stießen. "Die Arbeiter entdeckten die Bombe gegen elf Uhr

Zweibrücken. Die Haare zu Berge standen gestern den Arbeitern auf dem Gelände der früheren Stadtgärtnerei. Auf dem Areal wird ein Kindergarten gebaut (wir berichteten), die Arbeiter waren damit beschäftigt, eine Mauer einzureißen, als sie auf die Bombe stießen."Die Arbeiter entdeckten die Bombe gegen elf Uhr. Als erstes wurde das Ordnungsamt informiert; dieses setzte dann den Kampfmittelräumdienst in Kenntnis", sagte Pressesprecher Heinz Braun auf Merkur-Anfrage. "Es handelt sich um eine britische Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg", so Braun weiter. Vorsorglich seien nach dem Fund in einem Radius von rund 50 Metern Anwohner evakuiert worden. Nachdem der Kampfmittelräumdienst gegen 13.30 Uhr eintraf, die Bombe untersuchte und erklärte, dass von der Waffe im jetzigen Zustand keine Gefahr ausgehe, durften die Anwohner in die Häuser zurück.

Braun weiter: "Die Evakuierung war zuerst für diesen Samstagvormittag vorgesehen; die Polizei bat uns aber, aus organisatorischen Gründen diese auf Sonntagvormittag zu verlegen." Nun soll die Bombe am Sonntag entschärft werden, in der Zeit von acht bis 13 Uhr werden die Bewohner in einem Radius von etwa 500 Metern evakuiert. "Der verkaufsoffene Sonntag wird von der Entschärfung nicht betroffen sein", unterstrich Braun. Normalerweise finde dieser ab 13 Uhr statt, nun werde er ab 14 Uhr beginnen, was aber kaum eine Einschränkung darstelle. Die Bombe werde bis zur Entschärfung von städtischen Kräften bewacht.

Der stellvertretende Chef der Zweibrücker Polizei, Manfred Bernhard, bestätigte auf Anfrage, dass die Polizei wegen zweier Großveranstaltungen am Samstag (nach Merkur-Informationen handelt es sich um eine Demo sowie ein Fußballspiel in der Region) um die Verschiebung gebeten habe. "Wir sind wegen der Großveranstaltungen in unseren Kapazitäten gebunden, die Stadt ist unserem Wunsch - unter dem Aspekt, dass von der Bombe keine Gefahr ausgeht - nachgekommen", so Bernhardt. "Es ist schwer zu sagen, wie viele Menschen innerhalb des Evakuierungsgebietes leben und betroffen sein werden. Fest steht, dass für das Katholische Krankenhaus, das in dem Areal liegt, die Evakuierung sicher eine besondere Herausforderung darstellt", so Bernhardt weiter. Seine Beamten würden am Sonntag die Evakuierung überwachen, dann dem Kampfmittelräumdienst grünes Licht für die Entschärfung geben. Bernhardt sagte, dass seine Dienststelle Unterstützung von anderen Dienststellen anfordern werde.

Melanie Müller von Klingspor, Sprecherin des Katholischen Krankenhauses, sagte auf Anfrage, dass die Vorbereitungen für die Evakuierung auf Hochtouren liefen. "Aktuell haben wir 149 Patienten. Wir versuchen, in allen vertretbaren Fällen Patienten zu entlassen. Unser Ziel ist, dass wir am Sonntag unter 100 Patienten im Haus haben", so von Klingspor. Die Betroffenen sollen nach Möglichkeit alle in das nicht von der Evakuierung betroffene Evangelische Krankenhaus gebracht werden. "Der verkaufsoffene Sonntag wird von der Entschärfung nicht betroffen sein."

Heinz Braun, Pressesprecher