Fritz Presl schafft den Hattrick

Zweibrücken. Die Wine-Bar im City-Outlet ist so voll mit feiernden Sozialdemokraten, dass man Schwierigkeiten hat, sich zur Toilette durchzuschlagen. Wohin man blickt, fröhliche Gesichter, viele prosten sich bereits mit einem Glas Sekt auf den Zweibrücker Wahlerfolg an. Um 20.22 Uhr bricht Jubel los: Wahlkreis-Gewinner Fritz Presl kommt, grinst über das ganze Gesicht

Zweibrücken. Die Wine-Bar im City-Outlet ist so voll mit feiernden Sozialdemokraten, dass man Schwierigkeiten hat, sich zur Toilette durchzuschlagen. Wohin man blickt, fröhliche Gesichter, viele prosten sich bereits mit einem Glas Sekt auf den Zweibrücker Wahlerfolg an. Um 20.22 Uhr bricht Jubel los: Wahlkreis-Gewinner Fritz Presl kommt, grinst über das ganze Gesicht. Stadtrat Martin Graßhoff sagt bei seiner Lobrede scherzend ins Mikro: "Jetzt dauert es noch mal fünf Jahre länger, ehe unser Fritz seine Karriere als Drafi-Deutscher-Double starten kann."Den hohen Verlust der Landes-SPD bewertete Presl nicht als Abstrafung von Ministerpräsident Kurt Beck. Die Bürger hätten nur versucht, "einen Partner für die SPD-Regierung zu finden". Bereits heute will Presl damit anfangen, parteiintern auf die Koalitionsgespräche vorzubereiten. "Die CDU passt einfach nicht", sagt Presl und geht von Gesprächen mit den Grünen aus. "Die Wirtschaftspolitik kann dabei ein Knackpunkt sein." In Sachen Flughafenentwicklung hätten die Zweibrücker allerdings gezeigt, dass sie deutlich für den bisherigen SPD-Kurs sind.

"Für mich 35 Prozent, für Fritz Presl 34" hatte CDU-Kandidat Michael Wöhler kurz vor 18 Uhr prognostiziert. Der Abend fing auch gut für ihn an: Die ersten Zahlen aus dem Wahlkreis schienen auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Fritz Presl hinzudeuten - doch das lag nur daran, dass in Wallhalben schnell ausgezählt wurde, wo Wöhler auch am Ende vorn lag. Doch nach Auszählung des gesamten Wahlkreises war klar: Nach Eckhart Schiller 2001 und Christian Gauf 2006 hat es auch der dritte CDU-Kandidat nicht geschafft, am Erfolg Presls auch nur zu kratzen. "Ich bin nicht glücklich, denn ich war angetreten, um zu gewinnen", machte Wöhler kein Hehl aus seiner Enttäuschung. Dass er im Wahlkreis den Abstand auf Presl um 1,1 Prozentpunkte verringern konnte, sei zwar "ein Schritt in die richtige Richtung, aber bei weitem nicht, was ich mir erhofft hatte". Zumal das Ergebnis in der Stadt - Wöhler galt bislang als wahrscheinlicher Oberbürgermeister-Kandidat für die CDU - "schlecht" sei: Der Abstand zu Presl wuchs um 0,9 Prozentpunkte. Über die OB-Wahl werde man in den Parteigremien reden. Toll sei, dass auf Landesebene die CDU den Abstand auf die SPD um 12,3 Prozentpunkte verringerte.

Sowohl Presl als auch Wöhler freuten sich, dass mit Fred Konrad (Grüne) über die Liste ein weiterer Kandidat aus dem Wahlkreis Zweibrücken in den Landtag kommt. > Seiten 18, 19: Berichte, Ergebnisse