1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Kauf durch Stadtwerke: Freibad-Übernahme steht kurz bevor

Kauf durch Stadtwerke : Freibad-Übernahme steht kurz bevor

Stadt und Stadtwerke klären noch letzte Details.  Zahl der Badegäste hält sich derweil wieder in Grenzen.

Die Übernahme des bislang städtischen Zweibrücker Freibades durch die Stadtwerke dürfte schon bald über die Bühne gehen. „Es laufen die letzten Absprachen zwischen der Stadt und den Stadtwerken“, sagte Werner Boßlet, der Chef des Umwelt- und Servicebetriebs Zweibrücken (UBZ). Dessen Verwaltungsrat werde sich mit der Übernahme beschäftigen, sobald diese letzten Details geklärt sind, so Boßlet. Wann das genau der Fall sei, könne er nicht sagen. Der UBZ ist Mehrheitseigner der Stadtwerke.

Besonderer Grund zur Eile bestehe nicht, betonte der Zweibrücker Stadtsprecher Heinz Braun. Die Vorteile, die sich die Stadt durch den Verkauf erhofft – steuerliche (Quer-)Verbundvorteile sowie eine Verringerung des städtischen Defizits – gelten in jedem Fall rückwirkend zum 1. Januar 2017. Voraussetzung sei, dass der Verkauf noch in diesem Jahr vollzogen werde.

Die diesjährigen Zahlen des Freibads geben derweil wenig Anlass zur Euphorie. Trotz einiger heißer Tage seit Mai hielt sich der Ansturm bislang ziemlich in Grenzen. Seit Mai, der noch der beste Mai seit fünf Jahren war, kamen in diesem Jahr bislang 26 320 Besucher (Stand: 26. Juli). „Spitzenwerte erwarte ich in diesem Jahr nicht“, gibt Stadtsprecher Braun unumwunden zu. Bereits 2016 war die Besucherzahl mit 38 660 Badegästen ziemlich bescheiden (wir berichteten). Ob dieser schwache Wert in diesem Jahr überhaupt erreicht wird, hängt natürlich vor allem vom Wetter ab. Ein weiteres Problem: „In diesem Jahr haben wir ein ziemlich frühes Ferienende“, sagte Braun. Das könnte die Bilanz zusätzlich verhageln. Von 2006 bis 2015 lag der Schnitt bei rund 45 000 Besuchern.

Braun verwies angesichts der Zahlen erneut darauf, dass heutzutage immer weniger Kinder schwimmen können. Ein Phänomen, mit dem sich im Juni sogar der Bundestag beschäftigte. Die Linke hatte das Thema auf die Tagesordnung gebracht und es zu einer sozialen Frage erklärt, weil gerade Kinder aus armen Familien das Schwimmen nicht beherrschen. Die CDU erklärte vor allem die Länder und die Kommunen für zuständig.

Glaubt man Stadtsprecher Heinz Braun, leistet Zweibrücken in der Hinsicht seinen Beitrag. Nicht nur, dass es in Zweibrücken überhaupt ein städtisches Freibad gibt (das auch in Zukunft einer Stadttochter gehört), nach Angaben von Braun werden dort auch Schwimmkurse angeboten. Und das Badeparadies, das bereits den Stadtwerken gehört, stehe den Schulen für den Schwimmunterricht kostenfrei zur Verfügung. Darüber hinaus seien vor allem die Eltern in der Verantwortung, ihrem Nachwuchs schwimmen beizubringen, so Braun.