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Folgen Rückzug weitere Rückzüge?

Folgen Rückzug weitere Rückzüge?

Zweibrücken. Am 9. Januar fliegt Germanwings zum letzten Mal von Zweibrücken nach Berlin. Während Geschäftsführer Werner Boßlet am Flughafen selbst keinen Personalabbau plant, drohen massive Auswirkungen auf Einrichtungen rund um den Flughafen - insbesondere die kleine Containerstadt mit Autoverleihfirmen neben dem Terminal-Eingang

Zweibrücken. Am 9. Januar fliegt Germanwings zum letzten Mal von Zweibrücken nach Berlin. Während Geschäftsführer Werner Boßlet am Flughafen selbst keinen Personalabbau plant, drohen massive Auswirkungen auf Einrichtungen rund um den Flughafen - insbesondere die kleine Containerstadt mit Autoverleihfirmen neben dem Terminal-Eingang. Hermann Mathieu, Avis-Stationsleiter für Zweibrücken und Homburg, denkt noch mit Schrecken an die Folgen des Ryanair-Rückzugs von der London-Strecke: "Das hat die fünf Mitbewerber am Flughafen zusammen rund 20 000 Euro Umsatz gekostet." Mathieu warnt: "Wenn jetzt auch noch Reisende aus Berlin ausbleiben, sind wir bald alle aus dem Container raus, denn Laufkundschaft gibt es hier oben keine. Und von dem Mehr an Ferienflugverkehr, über das sich der Flughafen freut, haben wir nichts." Denn mit den Ferienfliegern fliegen Urlauber in die Sonne, kommen aber keine Gäste von auswärts zum Flughafen, die ein Auto brauchen. Zur Avis-Zukunft am Flughafen sagt Mathieu: "Wir lassen vorerst geöffnet und warten, wie sich die Verhandlungen über einen Germanwings-Nachfolger entwickeln." Bei Verhandlungen mit Fluggesellschaften sollte der Flughafen neben eigenen wirtschaftlichen Interessen auch die seines Umfelds berücksichtigen, findet Mathieu. So sei von dem Flüge-Abbau neben Mietwagen- und Taxifirmen auch das Bistro betroffen. "Und nach dem Ryanair-Weggang hätte der Flughafen uns ja auch die Miete senken statt erhöhen können."Eine Hertz-Vertreterin erklärte: "Es sieht so aus, dass die Station am Flughafen Zweibrücken aufgelöst wird, wenn Germanwings nicht mehr fliegt, das ist aber noch nicht spruchreif." Vom Autoverleih Buchbinder hieß es: "Es ist noch nichts entschieden, wir bleiben aber auf jeden Fall präsent. Vielleicht findet ja der Flughafen noch eine andere Airline oder ein anderes Ziel wie München." Europcar und Sixt hielten sich noch bedeckt.

Ein Germanwings-Nachfolger für die Berlin-Strecke ist noch nicht gefunden. "Wir sind in Gesprächen, aber es gibt noch nichts Konkretes", berichtet Flughafen-Chef Werner Boßlet. Cirrus Airlines dementierte auf Anfrage unserer Zeitung Gerüchte über einen Einstieg in Zweibrücken klar. Mit Air Berlin und Luxair, die von Ensheim nach Berlin fliegen, sei der Markt bereits gesättigt.