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Vereine: Fohlen auf dem Prüfstand der Zuchtexperten

Vereine : Fohlen auf dem Prüfstand der Zuchtexperten

Bei der Painthorseschau drehte sich am Wochenende in Mauschbach alles um den Pferdenachwuchs. Das war mitunter spannend.

Artig läuft „Dunit Shades Of Grace“ neben ihrer Mama, der 23-jährigen Prämien-Zuchtstute Pearl McCue her. Wohlwollend kritisch beäugen drei Zuchtrichterinnen bei des Paint Horse Club Germany (PHCG) Zuchtschau der Regionalgruppe Rheinland Pfalz / Saarland bei Familie Stähly auf der Mauschbacher Lohbergranch das am 1. Mai geborene Fohlen, betrachten seinen Körperbau und seine Bewegungen. Zum allerersten Mal ist die kleine Stute in einem Pferdehänger gefahren. „Das war sehr aufregend“, berichtet die Züchterin Bianca Schneidereith. Ein enges Gehäuse, das sich unkontrolliert bewegt, statt der Freiheit auf der großen Koppel.

Wie gut, dass es vor dem großen Auftritt neben der Muttermilch noch ein paar Grashalme zu knabbern gab. Das mausgraue Pferdekind war eines von vier Stutfohlen, die sich an diesem Tag zu einer Zuchtwertschätzung präsentierten. Zuchtobfrau Sabine Biller erklärte, wie sich die Wertnoten für die Fohlen zusammen setzen. Typ bedeutet, dass Pferdeleute auf den ersten Blick erkennen, dass es sich um ein Painthorse handelt und allein an der Ausstrahlung auch, ob es eine Stute oder ein Hengst ist. Zum Körperbau zählen Zähne, Hals, Schultern und Widerrist ebenso wie die Beine.

Bei der Bewegung geht es darum, ob der „Motor des Pferdes von hinten kommt“, beschrieb Sabine Biller. Wichtig sei auch, wie sich das Fohlen gegenüber seinen Menschen verhält. „Darauf legen wir größten Wert“, betont auch Bianca Schneidereith.

Die Zuchtbeauftragte der Regionalgruppe züchtet Pferde mit einem ausgezeichneten Charakter, die später von ihren Reitern leicht bedienbar sind. Recht eng lagen die Bewertungen für die vier Stutfohlen beieinander. Die kleine Grace, deren mausgraues Fell sich gerade im Übergang vom Fohlenfell zum Sommerfell befindet, gewann Bronze mit der Wertnote 7,4. Kaum weniger Punkte, nämlich 7,33, erhielt Silvio Sema aus Thaleischweiler-Fröschen für seine Stute Spooks Dry Pepper, der bei der Stutenschau damit Silber gewann.

Von ihren Schattenplätzen auf dem Hof und direkt am Reitplatz beobachteten viele Zuschauer die Vorstellung der Fohlen. Die Painthorse-Schau auf der Lohbergranch ist immer ein Fest für die ganze Familie, bei dem sich die Pferdeszene ebenso trifft, wie Mauschbacher und Gäste aus der Umgebung. Dazu gehört auch Tanja Wolf. Die Althornbacherin hat in diesem Jahr zufällig von dem Event erfahren. „Das gibt es schon sieben Jahre und es ist voll schön hier“, freut sie sich, endlich den Weg gefunden zu haben.

Mit der siebenjährigen Alina hat sie pferdeverrückten Besuch aus Mainz mitgebracht sowie Bekanntschaft aus Althornbach mit der Familie Schery. Die Kinder sind besonders begeistert von den Fohlen, die teilweise kess durch die Gegend hüpfen. Zwischendurch können die Kleinen selbst auf dem eigens angelegten Spielplatz nach Herzenslust toben, wie auch die großen Kinder in der Reithalle. Nicht so Jule Stähly. Die 13-jährige Tochter des Hauses präsentierte gekonnt ein Stutfohlen und zeigte den staunenden Gästen dann gleich bei zwei Auftritten mit ihrer Siegerstute Jac‘s Red Lady, wie ein Ranch-Trail zu gewinnen ist. Sie warf mit dem Lasso, galoppierte mit einer Fahne in der einen und den Zügeln in der anderen Hand und ritt furchtlos durch rotweißes Flatterband. Ohne Sattel und Trense, auf dem blanken Pferderücken und mit Halsring zeigte das perfekt aufeinander eingespielte Paar, wie eng es bereits miteinander verschmolzen ist und erhielt dafür großen Applaus vom Publikum.