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Flugplatz Zweibrücken: Almhütte Talblick und Indoor-Soccerhalle geplant

Zweibrücker Flugplatzgelände: 2022 neue Freizeit-Attraktionen? : Almhütte und Indoor-Soccer-Halle geplant

Die Dara Event GmbH aus Pirmasens möchte am Zweibrücker Flugplatz drei Millionen Euro investieren.

Die Freizeit-Säule auf dem Konversionsgelände des ehemaligen US-Luftwaffenairports Zweibrücken steht vor einer weiteren Stärkung: Die Pirmasenser Dara Event GmbH, die in Pirmasens den Live-Club Quasimodo und die 1875 Sportsbar im Bahnhof betreibt, will am Flugplatz Zweibrücken drei Millionen Euro investieren. Geplant ist ein traditioneller Gastronomiebetrieb unter dem Namen „Almhütte Talblick“, an die eine Indoor-Soccer-Halle (Hallenfußball für Freizeit und Sport) anschließt.

Die Dara-Geschäftsführer Raphael Wagenblatt und Daniel Schneider haben das Projekt im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Versammlung des ZEF (Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken) vorgestellt. Das Projekt sei dort gut angekommen, sagte danach Stadtsprecher Jens John, ohne aber den Namen des Investors zu verraten (wir berichteten).

Grund für die Vorstellung im ZEF war eine notwendige Änderung des Bebauungsplans, der am geplanten Standort bisher noch keinen Gastronomiebetrieb vorsieht. Der ZEF ist ein interkommunaler Zweckverband, dem alle Flugplatz-Anliegerkommunen angehören – was die politischen Entscheidungswege beschleunigen soll.

Die Almhütte Talblick ist an der L 700 / Europa Allee im Gewerbepark Flughafen Zweibrücken geplant. Das Grundstück liegt etwa einen Kilometer vom Zweibrücken Fashion Outlet entfernt, dem größten reinen Fabrikverkaufszentrum Deutschlands. „Vom Biergarten aus ist ein Panoramablick über den Heidelbringerhof bis ins fast fünf Kilometer entfernte Dellfeld möglich. Das ist eine Wahnsinnslage für unser Vorhaben“, schwärmt Geschäftsführer Wagenblatt. Vom Grundstück ist der Blick derzeit nur teilweise zu sehen (siehe Foto) – aber das Gebäude solle ein paar Meter erhöht gebaut werden, sodass man über die Bäume unterhalb des Geländes hinweggucken können werde.

Die urige-traditionelle Almhütte soll im Inneren Platz für bis zu 390 Gäste bieten. Der Freibereich/Biergarten wird für bis zu 300 Personen ausgelegt. Die Küche bietet bayrische und pfälzische Gerichte, aber auch vegetarische Alternativen und Frühstücksmöglichkeiten stehen auf der Speisekarte.

Als Restaurantleiter ist Gastronomieprofi Jörg Rockenmeyer vorgesehen, der in Pirmasens im elften Jahr das bekannte Speiselokal Drebbelbrinnche als Inhaber und Gründer leitet. Er schließt am Standort in der Höfelsgasse am 30. November die Türen, um die neue Aufgabe anzugehen. Ihm machten die umfangreichen Abriss- und Bauarbeiten am ehemaligen Kaufhallengelände sowie Umsatzeinbußen durch die Corona-Pandemie zu schaffen, wie er erklärte.

Die Almhütte in Zweibrücken möchte ganzjährig und durchgehend von 10 bis 24 Uhr warme Küche anbieten. Zum Betrieb werden 15 Vollzeitkräfte und 10 bis 15 Aushilfskräfte eingestellt und es wird mit der Dara Food & Sports GmbH eine eigene Gesellschaft gegründet.

Einer der Höhepunkte im Jahr soll das Oktoberfest werden. Reichlich Erfahrung ist diesbezüglich durch den Vater von Wagenblatt, Hans Wagenblatt, vorhanden. Er betreibt mit Marcel Sponheimer in Landau eine Almhütte. „Anders als dort wollen wir in Zweibrücken aber keine Event-Gastronomie betreiben, sondern setzen auf die traditionelle Wirtshausschiene“, verdeutlicht Raphael Wagenblatt die Unterschiede im Konzept. Zielgruppe sind demnach die Outlet-Besucher, Tagesausflügler auch aus Frankreich und Familien. Auf dem Gelände ist auch ein Spielplatz geplant. „Wir wollen keine Konkurrenz für die bereits vorhandenen Betriebe sein, sondern eine sinnvolle Ergänzung bieten“, erklärt Wagenblatt.

Wenn Politik und Verwaltung baurechtlich grünes Licht geben, rechnet er mit einem Baubeginn Anfang 2022. Die Fertigstellung könnte im Idealfall nach den Sommerferien erfolgen, „spätestens zum Oktoberfest“. Mit dem ZEF sei allerdings noch einiges zu klären. Und der Bau-Zeitplan hänge natürlich auch vom Wetter ab.

Unmittelbar neben dem Gastronomiebereich ist der Bau einer Indoor-Soccer-Halle geplant. Die Sporteinrichtung soll zwei Kunstrasenplätze bieten und von 8 bis 24 Uhr geöffnet sein. „In der gesamten Region gibt es kein vergleichbares Angebot“, erklärt Wagenblatt dieses Vorhaben.

Der große Fußballplatz ist mit einer Abmessung von 34 mal 18 Metern für bis zu 14 Spieler geeignet. Am Spielfeld sollen Kameras zur Analyse- und Trainingssteuerung für Mannschaften montiert werden. Der zweite Platz misst 18 mal 10 Meter und reicht als Multifunktionsfeld für sechs Spieler.

Als Besonderheit beschreibt Wagenblatt den Betrieb Soccer-Halle, der ohne Personal auskommt. Die Spieler und Vereine buchen ihre Tickets online und erhalten einen QR-Code auf ihr Handy, mit dem dann der Eintritt möglich ist. Die Soccer-Halle soll sowohl für Geburtstags- und spontane Hobbykicks, als auch für den Trainingsbetrieb von Profimannschaften geeignet sein.