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Flughafenfreunde und IHK Pfalz kritisieren Airport-Entscheidung

Flughafenfreunde und IHK Pfalz kritisieren Airport-Entscheidung

Für die Flughafenfreunde ist das bevorstehende Ende des Zweibrücker Airports naturgemäß ein Schock. Schuld seien Brüssel und Mainz. Für den neu gewählten Vorsitzenden Thomas Ertel ist es "an den Haaren herbeigezogen", die Schuld für das Aus des Zweibrücker Flughafens nun auf das Saarland zu schieben.

"Rheinland-Pfalz hätte sich bei der EU besser einsetzen können. Das Saarland hat da einen besseren Job gemacht." Gleichwohl kritisiert er die EU für die Entscheidung. "Für die Zukunft wäre Zweibrücken die bessere Lösung gewesen."

Auch der langjährigeVorsitzende der Flughafenfreunde Uwe Menzner, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedergelegt hatte, kritisierte das Aus für den Zweibrücker Flughafen: "Es ist nicht nachzuvollziehen wie man als EU eine solche Entscheidung gegen den Standort mit den zukunftsorientierten Bedingungen treffen kann." Das Saarland habe auf Zeit gespielt, was die Flughafenfreunde immer gesagt hätten und in Rheinland-Pfalz keiner hören wollte. Auch könne es "nicht sein, dass seitens der rheinland-pfälzischen Landesregierung offizielle Vertreter erst eine Woche vor Toresschluss in Brüssel persönlich vorsprechen". Dagegen seien die Verantwortlichen aus dem Saarland seit Monaten regelmäßig vor Ort gewesen. Sein Fazit: "Es hat nicht der Standort gewonnen mit den besten Voraussetzungen, sondern der Standort mit der besten Lobby in der Politik."

Auch die IHK Pfalz hat die Entscheidungsfindung der EU-Kommission in Sachen Flughäfen kritisiert. "Die EU hat grundsätzlich recht: Auf Dauer kann die Saarpfalz-Region nur einen Flughafen vertragen", so der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz , Rüdiger Beyer. Er fügte jedoch hinzu, dass diese Entscheidung nach Auffassung der Wirtschaft ausschließlich unter flugbetrieblichen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen werden sollten. Sie dürfe nicht von Fragen unrechtmäßiger Beihilfen oder gar von landespolitischen Eitelkeiten abhängig gemacht werden. Ensheim weise mit einer nutzbaren Länge der Start- und Landebahn von 1990 Metern schon heute bei Mittelstreckenflügen spürbare Restriktionen auf. Zweibrücken hingegen sei hier mit einer Länge der Start- und Landebahn von 2675 Metern deutlich besser aufgestellt, argumentiert Beyer. Daher nutzen Mittelstreckenflieger, zum Beispiel auf die Kanaren, schon heute vermehrt den Flughafen Zweibrücken . "Abgesehen davon sind die Beihilfen in Zweibrücken nicht einmal halb so hoch wie in Saarbrücken, was auch betriebswirtschaftliche Fragen aufwirft", heißt es weiter in der Pressemitteilung.