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Fluggäste-Einbruch in Zweibrücken

Fluggäste-Einbruch in Zweibrücken

Zweibrücken. "Die Zahlen sind wie sie sind", redet Flughafen-Geschäftsführer Werner Boßlet nicht um den heißen Brei. Der Zweibrücker Airport meldet das erste Mal seit langem einen Rückgang der Passagierzahlen: von rund 338 000 im Jahr 2009 auf 264 274 im vergangenen Jahr. Ein Minus von 22 Prozent. Das sei nicht erfreulich

Zweibrücken. "Die Zahlen sind wie sie sind", redet Flughafen-Geschäftsführer Werner Boßlet nicht um den heißen Brei. Der Zweibrücker Airport meldet das erste Mal seit langem einen Rückgang der Passagierzahlen: von rund 338 000 im Jahr 2009 auf 264 274 im vergangenen Jahr. Ein Minus von 22 Prozent. Das sei nicht erfreulich. Aber für Boßlet kam die Entwicklung auch nicht überraschend. Nach dem Weggang von Ryanair im Herbst 2009 hatte der Flughafen-Chef für 2010 etwa 270 000 bis 280 000 Fluggäste erwartet. "Diese Zahl haben wir fast erreicht." Insofern liege das Ergebnis "fast im Plan" der Geschäftsführung. Der Pilotenstreik bei Germanwings im Februar, die Aschewolke im April sowie die Fluglotsenstreiks in Frankreich und Spanien im Herbst nennt der Flughafen als Grund für das Verpassen des Ziels. "Ohne diese für den Flughafen unkalkulierten Ausfälle hätten wir das angestrebte Ziel erreicht", erklärt Boßlet. Solche Ausfälle könne der Airport nicht ausgleichen. Der Ryanair-Rückzug mache 60 000 Passagiere aus, schätzt der Geschäftsführer.Für das gerade begonnene Jahr will Boßlet noch keine Prognose wagen. Es seien noch viele Positionen offen. "Aber es hängt sicher davon ab, ob und wann der Flughafen einen Ersatz für die Berlin-Verbindung bekommt." Dieses Wochenende fliegt Germanwings letztmals von Zweibrücken nach Berlin. Rund 130 000 Fluggäste machte die Berlin-Verbindung in den letzten Jahren aus.

Ein Teil könnten die zusätzlichen Ferienflüge auf die griechische Insel Kos, Hurghada in Ägypten oder nach Tunesien ausgleichen. Tui und weitere Reiseveranstalter nehmen die Ziele neu ins Programm (wir berichteten). "Aber den Berlin-Flug können wir damit nicht kompensieren." Boßlet betont, dass "alle Beteiligten in Zweibrücken und Mainz mit Nachdruck alles tun", um eine Berlin-Verbindung einzurichten.

Boßlet hat auch eine erfreuliche Nachricht: Erstmals seit 2007 stieg die Fracht wieder an. Von gut 85 Tonnen in 2009 auf 395 Tonnen voriges Jahr - ein Anstieg um 365 Prozent. Für Boßlet spiegelt sich in der Frachtmenge der Aufschwung der heimischen Wirtschaft wieder. Besonders die Unternehmen der Zulieferindustrie für den Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau hätten einen großen Anteil an der Steigerung des Frachtvolumens.

Durch die Abschlussarbeiten an der Start- und Landebahn waren die Flugbetriebszeiten voriges Jahr zeitweise eingeschränkt. Schulungs-, Ausbildungs- und Privatflüge seien weiter zurückgegangen.