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„Flucht in die Urne“ für UBZ Problem

„Flucht in die Urne“ für UBZ Problem

Der UBZ erwirtschaftete 2013 einen Gewinn von 7,88 Millionen Euro. Verantwortlich sind die Gewinne der Deponie und Abwasserbeseitigung. Trotz Problemen bei den Friedhöfen, der Müllabfuhr und dem Rosengarten sind 2015 keine Gebührenerhöhungen geplant.

"Die Flucht in die Urne macht uns zu schaffen", sagte der Vorstand des Umwelt- und Servicebetriebs (UBZ), Werner Boßlet, bei der Vorstellung des Geschäftsberichts. Damit meinte er, dass sich das Beerdigungswesen in den letzten Jahren geändert habe. "Urnenbestattungen machten letztes Jahr 75 Prozent aus. Die Erdbestattungen sind inzwischen die Ausnahme." Urnenbestattungen kosten weitaus weniger als Erdbestattungen. Damit nimmt der UBZ weniger Geld ein. Der Verlust betrug rund 82 000 Euro

"Die Unterhaltung und Pflege der Friedhöfe bleibt aber gleich und muss bezahlt werden", stellte Oberbürgermeister Kurt Pirmann fest. Deshalb werden derzeit beim UBZ Überlegungen angestellt, wie die Satzung geändert werden kann, um das Problem anzugehen. Boßlet: "Wir haben eine Infrastruktur geschaffen für ein System, dass es nicht mehr gibt." Pirmann brachte auch eine Reduzierung der Fläche ins Gespräch. "Das heißt aber nicht, dass wir Friedhöfe schließen." Neben der Friedhofsunterhaltung bereitet auch die Müllabfuhr dem UBZ Probleme. "Uns rennen die Verbrennungspreise davon", sagte Boßlet. Die Preise für die Müllverbrennung für die sechs Gebietskörperschaften des Zweckverbands Abfallverwertung Südwestpfalz stiegen von 204 Euro pro Tonne im Jahr 2008 auf 249 Euro . Wenn der Müllzweckverband-Kaiserslautern 2016 nicht mehr in Pirmasens anliefert, rechnet Boßlet mit einer weiteren Steigerung des Verbrennungspreises. Deshalb werde auch über eine Gebührenerhöhung nachgedacht. "Doch die kommt nicht vor 2016", betonte der UBZ-Chef.

Bis dahin seien auch andere Fragen der Abfallwirtschaft, wie die geplante Wertstofftonne, geklärt. Mit 14, 15 im gesamten Stadtgebiet verteilten Containern für Klein-Elektroschrott möchte der UBZ weitere Wertstoffe sammeln. Diese Container sollen nächstes Jahr aufgestellt werden.

Die Mülldeponie macht dagegen einen Gewinn von 7,1 Millionen Euro . Boßlet: "Deponie und Müllabfuhr sind zwei getrennte Bereiche. Quersubventionen sind nach dem Kommunalabgabegesetz nicht möglich."

Mit dem Rosengarten nannte Boßlet den dritten Verlustbringer. Der Betriebszweig schloss mit einem Verlust von 686 000 Euro . Dabei werde beim UBZ auch darüber geredet, wie die Ausgaben reduziert werden können. Bei den Einnahmen, sprich Eintrittsgeldern, werde sich nicht ändern, versprach Boßlet. "Der Rosengarten soll eine Freizeitstätte für die Zweibrücker bleiben." Mehr Veranstaltungen seien nicht ohne weiteres machbar. "Eine schwarze Null wird der Rosengarten nie schreiben können", sagte Pirmann. Bei der Vorstellung des Berichts betonte dieser, dass sich der Rosengarten anpassen und sich den Herausforderungen der Zeit stellen müsse. "Dabei orientieren sich die Gartenmeister immer an der Tradition des Rosengartens."

Boßlet zählte aber nicht nur die Problemfelder auf. Er stellte fest, dass der Betrieb durch den Erwerb der Stadtwerke-Service-GmbH eine Bilanzsumme von 211 Millionen Euro aufweist. "Damit sind wir gut aufgestellt für die Aufgaben, die auf uns zukommen, um der Stadt zu helfen." Der UBZ erwirtschaftete 2013 einen Gewinn von 7,88 Millionen Euro .

Dabei übernehme der UBZ mit der Friedhofsverwaltung, der Betreuung der Grünanlagen oder dem Straßenunterhalt wichtige Aufgaben für die Stadt, erwähnte der OB. Auch beim Entschuldungsfonds helfe der UBZ der Stadt. Seit Beginn im September 2013 zahlte der UBZ 6,2 Millionen Euro . "Das hilft, um den Haushalt zu konsolidieren", sagte Pirmann. Im Berichtsjahr habe die Stadt von den UBZ und den Stadtwerken beim Ausbau der Fußgängerzone und des Alexanderplatzes "einiges abverlangt", so der OB. > Seite 16: Bericht