Fliegender Neustart in Bickenalb

Kinderpflegedienst plant Umbau des ehemaligen Altenheimes für zweistellige Millionensumme.

Im Haus Bickenalb ist es derzeit noch ein paar Millionen Euro vor Start. Ein paar Büromöbel stehen dort bereits herum, aber mehr auch nicht. An den Fensterläden blättert weiter die Farbe ab. Auf den Dächern und Wegen gedeiht das Moos. Auf den Grünflächen modert der vom Winter schockgefrorene Herbst-Wildwuchs. Hinter den Kulissen jedoch tut sich einiges. Denn schon in wenigen Monaten soll hier eine Pflegeeinrichtung für kranke Kinder die Arbeit aufnehmen (wir berichteten).

Ein Mainzer Architekturbüro hat dieser Tage eine erste Planung vorgelegt, teilt das Karlsruher Unternehmen Kinderpflegedienst.com mit, das die Einrichtung betreiben will. Gemäß der aktuellen Planung können in der Einrichtung bis zu 39 Kinder stationär und teilstationär versorgt werden. Geplant sind in diesem Rahmen auch Hotelzimmer für Eltern und Geschwister. Das wird nicht ohne umfangreiche Um- und Anbau-Arbeiten vonstatten gehen, unterstreicht Achim Momm, für die Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Berater des Projektes: "Das wird eine zweistellige Millionensumme." Und es wird seine Zeit dauern. Bis alles fertig und die 39 Plätze tatsächlich vorhanden sind, dürften noch ein bis zwei Jahre ins Land gehen, schätzt er. "Ziel ist ein fliegender Start."

Gearbeitet werden soll an mehreren Fronten. Neben Schönheitsreparaturen und Standards für die Büroarbeit (Stichwort Wlan) geht es laut Momm in erster Linie darum, das Haus auf die Bedürfnisse von Kindern zuzuschneiden - und es den medizinischen Bedürfnissen der Kinder anzupassen. Es muss Platz bieten für Babys, die beatmet werden müssen, aber auch für ältere Kinder. Die sind nicht mehr unbedingt an stationäre Beatmungsgeräte gebunden, brauchen Atemunterstützung unter Umständen nur noch in bestimmten Stress-Situationen oder können ihre Atemhilfe zum Beispiel wie einen Rucksack mit sich herumtragen. Bis das klappt, brauchen allerdings Eltern und Kind Übung und Eingewöhnungszeit. Auch das soll im Haus Bickenalb Platz finden. "Es wird eine Mischung aus Heim und Klinik", sagt Momm. "Hauptziel ist, die Kinder zu Hause zu betreuen. In ihrer gewohnten und vertrauten Umgebung."

Erstes Zwischenziel ist es, im Haus Bickenalb einen Stützpunkt für die ambulante Versorgung von kranken Kindern in der Region Zweibrücken zu schaffen. Bisher werden diese Kinder von Karlsruhe aus betreut. Die Umsetzung dieses Zwischenzieles ist nach Momms Einschätzung "eine Frage von Tagen und Wochen". Einige Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses haben in der Einrichtung bereits neue Jobs gefunden. Eine genaue Zahl konnte Momm gestern nicht nennen.